dpa BEIRUT. Im Libanon droht eine erneute Eskalation der politischen Auseinandersetzungen. Der entmachtete Ministerpräsident Saad Hariri (40) hält trotz massiver Anfeindungen seiner früheren Koalitionspartner an seinem Amt fest. Die mit dem Iran und mit Syrien verbündete Schiiten-Bewegung Hisbollah, die Hariris Regierung am 12. Januar durch den Abzug ihrer Minister gestürzt hatte, will ihn dagegen unbedingt loswerden. Die islamistische Hisbollah, deren Miliz schlagkräftiger ist als die nationale Armee, droht damit, die Auseinandersetzung vom Parlament auf die Straße zu verlegen. Die Konsultationen für die Wahl des Ministerpräsidenten sollen am Montag beginnen.
Eine dramatische Wende vollzog am Freitag Hariris ehemaliger Verbündeter Walid Dschumblatt, dem ein großer Teil der Angehörigen der Minderheit der Drusen folgt. Er sagte, die Mitglieder seiner Progressiven Sozialistischen Partei wollten nächste Woche gegen Hariri und mit der Opposition stimmen. "Ich gebe bekannt, dass ich auf der Seite des Widerstandes (gegen Israel - gemeint ist die Hisbollah) und auf der Seite Syriens stehen werde", sagte er.
Gleichzeitig stellte er sich gegen das UN-Tribunal für die Aufklärung des Attentates auf den früheren Ministerpräsidenten Rafik Hariri.
Der Hisbollah geht es darum, die Kooperation der Regierung mit dem UN-Tribunal zu beenden. Saad Hariri, einer der Söhne des Ermordeten, besteht jedoch darauf, dass das Verbrechen aufgeklärt wird. Bei dem Anschlag sollen Hisbollah-Mitglieder, syrische Funktionäre und iranische Politiker die Strippen gezogen haben.
"Wir - die Zukunftsbewegung und ihre Verbündeten - werden an meiner Kandidatur für das Amt des Ministerpräsidenten festhalten", erklärte Hariri am Donnerstagabend in einer Fernsehansprache. Libanesische Medien berichteten am Freitag unter Berufung auf mehrere Politiker des Hisbollah-Lagers, die Opposition wolle den 76 Jahre alten Ex-Ministerpräsidenten Omar Karami für das Amt vorschlagen. Dieser Vorschlag wird von einigen Beobachtern als Provokation verstanden.
Der als pro-syrisch geltende Karami war schon zweimal ohne großen Erfolg Ministerpräsident gewesen, von 1990 bis 1992 und von 2004 bis 2005. Der Anschlag auf Rafik Hariri wurde während Karamis zweiter Amtszeit verübt.
Der umstrittene Kandidat der radikalislamischen Hisbollah, Nadschib Mikati,
Russland schenkt dem Libanon Waffen
Russland wird der libanesischen Armee Waffen und anderes Kriegsmaterial schenken, um die Armee zu stärken, teilte der russische Premierminister Vladimir Putin dem libanesischen Premier Sa’ad Hariri kürzlich mit. Die Schenkung beinhaltet sechs Mi-24 Kampfhelikopter, 31 T-72 Panzer, 36 130-mm Artilleriegeschütze und 500.000 Schuss Munition. Libanon verfügt über keine intakte Luftwaffe, zur Verfügung stehen lediglich einige Helikopter und britische Flugzeuge aus den 50ern. Russland plant, Fachpersonal in den Libanon schicken, das die dortige Armee in den Umgang mit den Waffen, Helikoptern und Panzern einweisen soll. Der russische Präsident Dmitry Medvedev, der israel im kommenden Januar erstmals besuchen wird, hat diese Kriegsgeschenke in Koordination mit Syrien durchgeführt. Russlands Entscheidung folgt der Zusage der USA, dem libanesischen Militär 100 Mio. Dollar zukommen zu lassen. Russland scheint sich bislang keine Gedanken darüber gemacht zu haben, dass die Waffen leicht in die Hände der Hisbollah gelangen können.
http://www.israelheute.com/default.aspx?tabid=179&nid=22264
Nun wird die Einweisung in den Russischen Waffensystemen abgeschlossen sein, und die Libanesen werden der Welt zeigen wollen was sie bei den Russen gelernt haben .
Ein Angriff auf israel wird nicht abzuwenden sein !
Diese Argumentation greift viel zu kurz.
Wie wärs mit einem blick auf das blutige Schisma, das sich Katholiken und Protestanten (in Europa) im 17. Jahrhundert geliefert haben? Weite Teile des Heiligen Reiches Deutscher Nationen mussten als Schauplatz herhalten für einen Religionskrieg mit weitreichenden, machpolitischen implikationen kontinentalen Ausmasses.
im Libanon fokussiert sich eine ähnliche Konfliktgemengenlage auf einer Fläche, die gerade mal ein Drittel der Fläche Niedersachsens umfasst. Die involvierten Parteien aber sitzen und stammen aus Regionen, die bis zu 2.000 Kilometer entfernt sind - von Teheran bis Riad, und zwar in gleichem Masse. Eine Parteinahme für die eine oder andere treibende Kraft verbietet sich geradezu, wenn man den Anspruch hat, den Konflikt lösen zu wollen.
bei aller Distanz zum Führer der Hezbollah: dank seines strengen Regiments ist er ein einigemassen kalkulierbarer "Partner" in diesem Konflikt (in dem es übrigens nicht nur um bzw. gegen israel geht. Aber dieses Argument ist hilfreich, um eigene / weitere Positionen und Konflikte in seinem Sinne zu befördern).
Auf der anderen Seite haben wir es mit "Regenten" zu tun, die als zunehmend belastende Relikte aus einer vormals blühenden und hilfreichen Epoche stammen, aber durch ihr politisches Verhalten im inneren und äußeren mehr und mehr eine belastung für einen friedlichen Gesamtentwicklungsprozess in dieser Region werden. Man wünscht sich weniger politischen und religiösen missionarischen Eifer bei allen beteiligten.
Angesichts dieser Gemengenlage sollte man als Europäer jeden Tag dankbar sein für den erreichten Frieden und den ihn garantierenden Freiheitgrundsatz, den es aber auch zu verteidigen gilt!
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