Naher Osten
Syrische Regimegegner erobern israelischen Posten

Seit Monaten kommt es zwischen syrischen Regimegegner und israelischen Grenzern zu Konfrontationen. Nun haben Syrer einen Grenzposten eingenommen und provozieren einer weitere Eskalation des Konflikts.
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DamaskusSyrische Regimegegner haben im Süden des Landes den Grenzübergang Kunaitra zu den von Israel kontrollierten Golanhöhen eingenommen. Unter den Milizen seien auch radikale islamistische Gruppen wie die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundene Al-Nusra-Front, berichtete die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch. Die Milizen hätten nach heftigen Kämpfen mit Dutzenden Toten und Verletzten die syrische Armee vom Grenzübergang vertrieben. Die Rebellen hatten bereits im Juni 2013 den einzigen Übergang zu Israel kurzzeitig eingenommen.

Nach Angaben der Menschenrechtsbeobachter gehen die Gefechte in der Nähe von Kunaitra weiter. Mehrere oppositionelle Milizen hätten am Morgen verkündet, sie wollten Kunaitra und das Umland von syrischen Truppen „befreien“. Zu den Regimegegnern gehörten neben der Nusra-Front und anderen islamistischen Gruppen auch Kämpfer der gemäßigteren Freien Syrischen Armee (FSA), meldete die Nachrichtenseite Zaman al-Wasl.

Die israelische Armee griff am Mittwoch zugleich zwei Militärposten der syrischen Armee an. Dies sei als Antwort auf „fehlgeleitetes Feuer aus den innersyrischen Kämpfen“ geschehen, hieß es in einer Mitteilung des Militärs. Zuvor war ein israelischer Soldat durch einen aus Syrien abgefeuerten Schuss verletzt worden. Zudem schlugen am Mittwoch mehrere Granaten auf den Golanhöhen ein. Israel hatte das Gebiet 1967 von Syrien erobert.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Zwar sind die beiden Behauptungen, dass Israel die syrischen Golanhöhen besetzt hält und dass der jüdische Staat das einzige Nachbarland ohne syrischen Flüchtlinge sei, zutreffend, jedoch stimmt die unterstellte Kausalität nicht.

    Richtig ist: Israel nimmt keine Flüchtlinge auf, weil sich andernfalls nach Beendigung der dortigen Auseinandersetzungen die Frage nach deren Recht auf Rückkehr in ihre Heimat stellen würde. Darauf warten nämlich noch andere (rund 4,5 Millionen) Vertriebene und Geflüchtete, darunter viele in Syrien.

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