Nahost
Bomben töten zahlreiche Libanesen

Bei israelischen Luftangriffen im Libanon sind in der Nacht und am Mittwochvormittag erneut zahlreiche Menschen getötet worden. Im Süden des Landes marschierten israelische Bodentruppen ein - angeblich aber nur „punktuell“. Im israelischen Haifa schlugen wieder Raketen der Hisbollah-Miliz ein, ohne jedoch Menschen zu verletzen.

HB BEIRUT. In der libanesischen Ortschaft Srifa zerstörten die israelischen Streitkräfte 15 Häuser. Dabei kamen möglicherweise bis zu 30 Menschen ums Leben, wie der Dorfvorstand mitteilte. Feuerwehrleute versuchten die Flammen zu löschen, Rettungskräfte suchten nach Überlebenden. In Nabatije starben nach Polizeiangaben bei einem Raketenangriff fünf Mitglieder einer Familie.

Auch in den schon schwer verwüsteten südlichen Vororten von Beirut, die zu den Hochburgen der Hisbollah zählen, schlugen erneut Raketen ein. Angriffe wurden außerdem aus der Küstenstadt Chuweifat und dem vor allem von Christen bewohnten Ort Hadath östlich von Beirut gemeldet, Berichte über Opfer gab es zunächst nicht.

In den Süden des Libanons rückten am Morgen israelische Bodentruppen ein, die nach Militärangaben nach Tunneln, Waffen und anderen Einrichtungen der Hisbollah suchen. Wie viele Soldaten beteiligt waren, wollte ein Militärsprecher nicht sagen. Es handele sich um einen begrenzten und „punktuellen“ Einsatz. Schon in den vergangenen Tagen seien immer wieder kleine Teams kurz hinter der Grenze im Einsatz gewesen.

Die israelischen Streitkräfte haben seit Beginn ihrer Offensive im Libanon nach eigenen Angaben etwa die Hälfte des Waffenlagers der schiitischen Hisbollah-Miliz zerstört. „Wir werden Zeit brauchen, um zu zerstören, was noch übrig ist“, sagte Brigadegeneral Alon Friedman im Armeerundfunk. Die Hisbollah hat in der vergangenen Woche hunderte Raketen in den Norden Israels abgefeuert. Um einen Abschuss Richtung Tel Aviv zu verhindern, hätten israelische Truppen mehrere Rampen für Raketen mit größerer Reichweite angegriffen, erklärte Friedman. Die Regierung in Jerusalem geht davon aus, dass die Hisbollah möglicherweise bis zu 20 Raketen besitzt, die das Gebiet um Tel Aviv erreichen können. Als mutmaßlicher Lieferant der Geschosse gilt Iran.

In Haifa, Israels wichtigster Hafenstadt, schlugen am Mittwoch erneut aus dem Libanon abgefeuerte Raketen ein. Die Geschosse trafen Augenzeugen und Sanitätern zufolge ein Haus nahe des Strandes. Berichte über Opfer lagen zunächst nicht vor, teilten Polizei und Armee mit.

Im palästinensischen Flüchtlingslager Mughasi im Gazastreifen rückten am Morgen israelische Panzer ein. Bei heftigen Kämpfen wurden sechs Menschen getötet. Der Einmarsch war der bislang letzte in der inzwischen dreiwöchigen israelischen Offensive im Gazastreifen. Rund 30 gepanzerte israelische Fahrzeuge standen bei Sonnenaufgang in der Stadt, wie Augenzeugen berichteten. Soldaten bezogen auf den Hausdächern Stellung, Planierraupen zerstörten Felder.

Die israelischen Sicherheitskräfte befürchten einen palästinensischen Selbstmordanschlag nördlich von Tel Aviv. Es gebe Hinweise darauf, dass sich in der Ortschaft Kfar Saba ein Selbstmordattentäter aufhalte, berichtete der Fernsehsender Kanal 2. Ein Polizeisprecher bestätigte, die Sicherheitskräfte in der Gegend seien in Alarmbereitschaft versetzt worden und errichteten Straßensperren.

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