Nahost
Deutscher verschleppt und wieder freigelassen

Ein deutscher Staatsbürger ist im Westjordanland entführt worden - und kurz danach wieder freigekommen. Die Kidnapper sollen gefasst sein. Zuvor hatten militante Palästinenser im Streit um Mohammed-Karikaturen in europäischen Zeitungen Gewalttaten gegen Ausländer angedroht.

HB NABLUS. Der Deutsche, der in der Stadt Nablus als Englischlehrer arbeitet, sei nach etwa einer Stunde wieder freigelassen worden, erklärte die palästinensische Polizei. Die Al-Aksa-Brigaden erklärten, „unverantwortliche Elemente“ steckten hinter der Tat. Militante Palästinenser hatten am Vormittag bereits die Vertretung der Europäischen Union in der Stadt Gaza vorübergehend besetzt und beschossen.

Der deutsche Lehrer wurde aus dem Hotel „Jasmin“ in Nablus entführt. Er arbeite seit zwei Monaten bei dem Hilfsprojekt „Hope“ mit, das Sprachkurse anbiete, sagte der aus den Nähe von Halle stammende Mann nach seiner Freilassung. „Bewaffnete kamen in das Hotel und sagten, ich müsse mitkommen." Als Grund sei angegeben worden, „dass eine Beleidigung gegen den Propheten Mohammed stattgefunden hat“.

Nach der Freilassung befand sich der Deutsche zunächst unter Obhut der palästinensischen Polizei. In dem Konflikt um die Mohammed- Karikaturen in europäischen Zeitungen hatten militante Al-Aksa- Brigaden in Nablus seit dem Mittag gezielt nach Ausländern gesucht.

UN-Generalsekretär Kofi Annan hat sich indes besorgt wegen des Streits geäußert. Die Pressefreiheit müsse den Glauben aller Religionen respektieren, erklärte Annan nach Angaben seines Sprechers Stéphane Dujarric. Missverständnisse und Abneigungen müssten durch friedlichen Dialog und gegenseitigen Respekt überwunden werden. Die dänische Zeitung „Jyllands-Posten“ hat sich bei den Muslimen entschuldigt, die sich durch die Zeichnungen beleidigt fühlten.

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