Nahost
Fatah-Führung nach Hamas-Sieg unter Druck

In den Palästinensergebieten gerät die Führung der bisher regierenden Fatah-Organisation nach dem Wahlsieg der Hamas unter Druck. Aus den Reihen der Bewegung wird der Rücktritt des kompletten Fatah-Zentralkomitees gefordert.

HB RAMALLAH/GAZA. Der Fatah-Politiker Samir Mascharawi sagte am Freitag: „Ich rufe zu einem sofortigen Rücktritt des Zentralkomitees der Fatah auf und zur Einrichtung einer Führung für das Krisenmanagement“. Fatah habe die Rechnung für eine schlechte Führung der Bewegung durch eine Gruppe von Dieben und Gaunern bezahlt. Bereits in der Nacht hatten in Ramallah hunderte von bewaffneten Fatah-Anhängern vor dem Haus von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas demonstriert. Sie schossen in die Luft und forderten seinen Rücktritt.

Die radikal-islamische Hamas-Bewegung hatte bei den Parlamentswahlen am Mittwoch aus dem Stand heraus die absolute Mehrheit erzielt. Der Westen versucht inzwischen, die Hamas zu einem Gewaltverzicht zu bewegen. EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner sagte am Freitag: „Eine Zwei-Staaten-Lösung des Konflikts verlangt von allen Teilnehmern einen demokratischen Prozess, auf Gewalt und Terrorismus zu verzichten und das Existenzrecht Israels anzuerkennen und die Waffen nieder zu legen.“

Die EU als Hauptgeldgeber der Palästinenser wird nach Angaben Ferrero-Waldners die weitere Entwicklung abwarten. „Und nun werden wir sehen, wie Hamas darauf reagiert“, sagte die EU-Kommissarin. Die EU-Außenminister würden am Montag über die Lage beraten. Die EU wolle das palästinensische Volk grundsätzlich weiter unterstützen.

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