Nahost
Gaza-Abzugsgegner in Südisrael eingekesselt

Israelische Sicherheitskräfte haben am Dienstag tausende zumeist ultra-nationale Demonstranten eingekesselt, die die geplante Räumung der jüdischen Siedlungen im Gaza-Streifen verhindern wollten.

HB JERUSALEM. Schon vor Sonnenaufgang umstellten hunderte Polizisten und Soldaten Zelte nahe dem Ort Kfar Maimon im Süden Israels, wo sich etwa 15 000 Menschen trotz eines Verbots zu einem Protestmarsch nach Gusch Katif versammelt hatten. Im Laufe des Tages wurden nach Augenzeugenberichten etwa 20 Menschen festgenommen.

"Dieser Protest ist illegal. Das Ereignis ist vorbei. Wir bieten Ihnen Busfahrten zurück nach Hause an", riefen Polizisten über Lautsprecher den Demonstranten zu. Viele von ihnen waren in Orange gekleidet - die Farbe der Abzugsgegner.

Der Siedlerrat Yesha hatte seine Anhänger aufgefordert, den Protest zu unterstützen und nach Kfar Maimon zu kommen. Das Dorf liegt etwa 15 Kilometer vom Gaza-Streifen entfernt. Die israelischen Sicherheitskräfte erklärten die an den Küstenstreifen angrenzenden Gebiete inzwischen zur geschlossenen militärischen Zone, um Ausschreitungen zu verhindern.

Umfragen zufolge unterstützt eine Mehrheit der Israelis den Abzugsplan von Ministerpräsident Ariel Scharon. Vor allem die Ultra-Orthodoxen lehnen die für Mitte August angesetzte Räumung aller 21 Siedlungen im Gaza-Streifen und vier von 120 Siedlungen im Westjordanland ab. Sollte das Vorhaben erfolgreich verlaufen, wäre es das erste Mal, dass sich Israel offiziell aus Gebieten zurückzieht, die die Palästinenser für einen eigenen Staat beanspruchen.

Derweil kam es auf palästinensischer Seite erneut zu Ausschreitungen zwischen Sicherheitskräften und Extremisten. Mindestens 13 Menschen wurden verletzt. Auch im Westjordanland hielt die Gewalt an; dort töteten israelische Soldaten nach eigenen Angaben zwei militante Palästinenser.

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