Nahost: Golf-Staaten wollen die politische Union

Nahost
Golf-Staaten wollen die politische Union

Saudi-Arabien hat das Projekt angestoßen: Geht der Plan auf, entstünde ein neues ökonomisches Kraftzentrum in der Welt. Der Fahrplan steht - und die Chancen für eine Union am Golf stehen gar nicht schlecht.
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BerlinAngesichts der politischen Umbrüche in der arabischen Welt wollen die reichen Golf-Staaten enger zusammenrücken. Deshalb berieten die sechs Staaten des Golf-Kooperationsrats (GCC) gestern in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad über die Bildung einer politischen Union. Vor allem König Abdullah ibn Abd al-Aziz Al Saud, Herrscher der sunnitischen Vormacht Saudi-Arabien, hatte die Monarchien am Persischen Golf dazu aufgerufen. In einem ersten Schritt sollen nach einem Bericht der arabischen Zeitung "Al Hayat" unter Berufung auf Verhandlungskreise Saudi-Arabien, Bahrain, Katar und Kuwait eine engere Allianz bilden. Das hieße, dass die GCC-Mitglieder Oman und Vereinigte Arabische Emirate (VAE) zunächst außen vor blieben.

"Unser Ziel ist, den Traum der Menschen zu erfüllen, eine Golf-Region ohne Grenzen zu schaffen", sagte der Premier von Bahrain, Chalifa bin Salman Al-Chalifa. Vor allem Bahrain und Saudi-Arabien waren genannt worden als erste Kandidaten für einen politischen Zusammenschluss. Saudische und VAE-Truppen hatten durch ihren Einmarsch in Bahrain im März 2011 einen Umsturz der schiitischen Bevölkerungsmehrheit gegen das dortige sunnitische Herrscherhaus vereitelt. Dass die VAE sich jetzt bei der Bildung einer politischen Union der GCC-Staaten zurückhalten, liegt nach Ansicht von Experten daran, dass unklar sei, ob bei der geplanten Schaffung einer Gemeinschaftswährung Dubai oder Abu Dhabi Sitz der dann zu gründenden gemeinsamen Zentralbank werden würde.

"Die Region gerät jetzt in eine neue Phase", begründet Chalid al-Dakil, Politikprofessor an der King-Saud-Universität Riad, warum die GCC-Länder jetzt enger zusammenrücken. Die Rebellionen in zahlreichen arabischen Ländern drängten dazu. Allerdings fanden diese, von Bahrain abgesehen, in autoritären Präsidialrepubliken statt. Die beiden bisher nicht dem GCC angehörenden Monarchien der Region, Jordanien und Marokko, sollen noch in den GCC aufgenommen werden.

"Wir werden angegriffen in unserer Sicherheit und Stabilität", hatte König Abdullah im Dezember die Notwendigkeit zur größeren politischen Integration erklärt.

Damit zielte er vor allem in Richtung Iran: Der schiitischen Vormacht in Teheran wird von den mehrheitlich sunnitischen GCC-Staaten vorgeworfen, hinter Aufständen ihrer moslemischen Glaubensbrüder in Bahrain oder im Osten Saudi-Arabiens zu stecken und das Regime von Bashar al-Assad in Syrien gegen die Aufständischen zu stützen. Zudem droht der 1981 gegründete GCC Iran mit "harten Maßnahmen" gegen die ihm vorgeworfene Besetzung der angeblich zu den VAE gehörenden Inseln im Persischen Golf.

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Kommentare zu " Nahost: Golf-Staaten wollen die politische Union"

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  • Bevor Sie einen Kommentar abgeben, dann informieren Sie sich erst einmal so wie das Konrad Adenauer immer gemacht hat. Frauen dürfen nur in Saudi-Arabien kein Auto fahren.

    Wir haben zwar ein Parlament, aber wir haben keinen Einfluss auf die Politiker/innen die darin sitzen. Die machen was sie wollen. In den Emiraten ist das ähnlich. Also wo ist der Unterschied?

  • Der Namesnvorschlag wäre Vereinigung Islamistischer Arabischer Reiche. Von einer Republik könnte man bei all den Diktatoren in diesen Ländern, welche ohne Parlamente regieren und die Frauen nicht mal Auto fahren lassen wahrlich nicht reden.

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