Nahost
Hisbollah lehnt Entwaffnung ab

Die Waffen schweigen in Nahost, doch die Gefahr einer erneuten Eskalation ist nicht gebannt. Die Hisbollah lehnt eine Entwaffnung ihrer Milizen vehement ab. Gleichzeitig droht Israel mit der Fortsetzung des Krieges. Die UN wollen ihre Eingreiftruppe daher so schnell wie möglich in die Region entsenden. Ob auch deutsche Soldaten darunter sein werden, ist weiter unklar.

HB TYRUS. Vier Tage nach dem Inkrafttreten der Waffenruhe im Krieg Israels gegen die Hisbollah will die libanesische Armee am Donnerstag mit der Stationierung von 15 000 Soldaten im Süden des Landes beginnen. Wie ein Sprecher in Beirut am Mittwoch sagte, werden die Soldaten von Donnerstag an nördlich und südlich des Litani-Flusses Stellung beziehen. Die Soldaten sollen zusammen mit UN-Truppen Angriffe der seit Jahren im Süden operierenden Hisbollah auf Israel unterbinden. Die Waffenruhe wurde auch am Mittwoch eingehalten.

Ein israelischer Regierungsvertreter drohte indes eine Fortsetzung des Krieges im Libanon an, sollte die Hisbollah als bewaffnete Organisation fortbestehen. Die UN-Resolution stelle klar, dass die Hisbollah aus dem Grenzgebiet entfernt, ihre Waffen beschlagnahmt und die Organisation aufgelöst werde müsse, sagte ein Regierungsvertreter aus dem Büro des israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert der Zeitung „Jerusalem Post“. „Wenn die Resolution nicht umgesetzt wird, müssen wir handeln, um eine Wiederbewaffnung der Hisbollah zu verhindern (....) Es muss Druck auf die Hisbollah für eine Entwaffnung geben, oder es wird eine weitere Runde geben“, sagte er mit Blick auf eine mögliche Fortsetzung der israelischen Militäroffensive.

Die Vereinten Nationen hoffen, dass die Vorhut das bestehende Unifil-Kontingent von etwa 2000 Soldaten bereits in 10 bis 15 Tagen verstärken kann. Nachdem dieser erste Schritt getan sei, könnte die Ablösung der israelischen Streitkräfte durch Unifil-Truppen und Einheiten der libanesischen Armee „sehr schnell“ vorankommen, sagten die UN-Experten. Dagegen erklärte ein Offizier im israelischen Generalstab vor Parlamentsabgeordneten, die israelische Einheiten müssten womöglich noch monatelang im Libanon bleiben, bis dort verstärkte Einheiten der UN-Truppe stationiert seien.

Bereits am späten Dienstagabend waren auf den Hauptverkehrsstraßen von Beirut aus in Richtung Süden Truppenbewegungen der libanesischen Armee zu beobachten. Die südliche Grenzregion wurde seit dem israelischen Abzug aus dem Südlibanon im Mai 2000 von Milizionären kontrolliert.

Trotz der Waffenruhe halten die Spannungen zwischen Israel und der Hisbollah an. Die radikal-schiitische Milizhat schloss am Mittwoch eine Entwaffnung vorerst aus. Das Thema „steht nicht auf der Tagesordnung“, sagte Hisbollah-Vertreter Scheich Nabil Kauk im südlibanesischen Tyrus. Dabei verwies er auf die anhaltende Präsenz der israelischen Streitkräfte in dem Gebiet, die sich erst parallel zur Stationierung einer internationalen UN-Schutztruppe zurückziehen sollen.

„Die Präsenz israelischer Panzer im Süden ist eine Aggression, und der Widerstand behält sich das Recht vor, einer solchen Aggression zu begegnen, wenn diese anhält“, sagte Kauk. Er bekräftigte zugleich, dass die Hisbollah die Stationierung libanesischer Truppen im Süden des Landes begrüßen würde.

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