Nahost
Iran droht mit Vergeltungsangriff

US-Vizepräsident Joe Biden hat den Iran in Rage gebracht. Biden hatte gesagt, dass die USA einem Angriff Israels gegen Iran nicht im Weg stehen würden. Die Reaktion aus Teheran folgt prompt und fällt deutlich aus: Der Iran droht mit Vergeltung im Falle eines Angriffs auf die eigenen Atomanlangen.

HB DÜSSELDORF. Der Iran hat für den Fall eines israelischen Angriffs auf seine Atomanlagen mit Vergeltung gedroht. „Sowohl die USA als auch Israel sollten sich den Folgen einer falschen Entscheidung bewusst sein“, sagte der Vorsitzende des Parlamentsausschuss für Nationale Sicherheit und Außenpolitik, Alaeddin Brudscherdi, am Montag während eines Besuchs in Tokio. „Ich denke, unsere Antwort wäre effektiv und entschlossen.“

Brudscherdi reagierte auf Äußerungen von US-Vizepräsident Joe Biden, wonach die USA einen israelischen Militärschlag gegen das iranische Atomprogramm nicht verhindern würden. Die USA könnten „einem anderen souveränen Staat nicht vorschreiben, was er zu tun hat“, sagte Biden am Sonntag. Die USA würden sich nach den Worten von Vizepräsident Joe Biden einem Militärangriff Israels auf den Iran nicht in den Weg stellen. „Israel kann selbst bestimmen - als souveräne Nation - was in ihrem Interesse liegt und was es in Bezug auf den Iran und alle anderen macht“, sagte der Vize.

Israel hat Äußerungen des US-Vizepräsidenten Joe Biden, die USA würden sich einem israelischen Militärangriff auf den Iran nicht in den Weg stellen, bislang nicht offiziell kommentiert. Der Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu sagte am Montag, man wolle keine Erklärung dazu abgeben. Zu israelischen Spekulationen, Biden habe damit grünes Licht für einen Angriff auf den Iran gegeben, sagte Mark Regev: „Ich will dazu keinerlei Interpretation liefern.“

Die Zeitung „Israel Hajom“ schrieb am Montag unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Regierungsvertreter in Jerusalem, es gebe „geheime Absprachen zwischen und der US-Regierung über die Optionen, die Israel in der Iran-Frage hat“. Bidens Äußerungen seien ein Anzeichen dafür, dass die US-Regierung angesichts der iranischen Versuche, einem Dialog auszuweichen sowie der iranischen Raketenversuche die Geduld verliere.

„Die Worte Bidens zu diesem Zeitpunkt sollen den Iranern signalisieren, dass die US-Regierung die Nase voll hat und dass sie nicht ewig auf sie warten will.“ Die israelische Zeitung „Haaretz“ schrieb am Montag, angesichts der Unruhen im Iran habe Israel der US-Regierung scharfe Warnungen übermittelt, dass man sich bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt auf das Scheitern des Dialogs zwischen dem Iran und dem Westen gefasst machen müsse. Israel habe in diesem Zusammenhang einen alternativen Plan gefordert, der ein Paket „lähmender Sanktionen“ gegen den Iran enthalte, schrieb das Blatt.

US-Generalstabschef Michael Mullen warnte indes vor einer Militäraktion gegen den Iran. „Ich bin seit einiger Zeit in Sorge vor einem Militärschlag gegen den Iran“, sagte er am Sonntag dem US- Sender CBS. „Solch ein Schlag könnte nicht nur an und für sich destabilisierend wirken, sonder auch noch unbeabsichtigte Konsequenzen haben“, sagte er. Allerdings sei auch er der Ansicht, dass Teheran nicht über Atomwaffen verfügen sollte. Das gefährde die Stabilität ebenfalls. Er sei „besorgt“ über die Vorgänge im Iran.

Unklar war zunächst, ob die Äußerungen Bidens die offizielle Linie des Weißen Hauses wiedergeben. Obama bemüht sich seit seinem Amtsantritt um einen Bruch mit der Politik seines Vorgängers George W. Bush und bemüht sich um Annäherung an Teheran. Die Niederschlagung der Proteste gegen die umstrittene Präsidentenwahl im Iran, aus der der konservative Hardliner Mahmud Ahmadinedschad als Sieger hervorgegangen war, hatte Obama allerdings scharf kritisiert.

Zuvor schon hatte die britische Zeitung „Sunday Times“ berichtet, dass Saudi-Arabien Israel die Zustimmung zum Überfliegen seines Luftraums im Falle eines künftigen Angriffs auf die iranische Atomanlagen signalisiert habe. Das Blatt schrieb, der Chef des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad, Meir Dagan, habe in der Frage geheime Gespräche mit saudi-arabischen Repräsentanten geführt. Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu wies den Bericht als „fundamental falsch und absolut haltlos“ zurück. Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman hatte vor einem Monat auch betont, Israel plane keinen Angriff auf den Iran.

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