Nahost
Israel übergibt Jericho an Palästinenser

Als erste Stadt im Westjordanland hat die israelische Armee Jericho der Kontrolle der palästinensischen Polizei übergeben. Nach Augenzeugenberichten bauten Soldaten am Mittwoch Straßensperren und einen Sperrzaun ab.

HB JERICHO. „Die Sicherheitskontrolle ist komplett übertragen“, sagte eine israelische Armeesprecherin in Tel Aviv. Vertreter Israels und der Palästinenser unterzeichneten am Rande Jerichos ein entsprechendes Abkommen.

Unterdessen verhandelte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Kairo intern über einen langfristigen Verzicht auf Gewalt gegen Israel. An die Adresse der Vertreter von 13 palästinensischen Parteien und Organisationen, die seit Dienstagabend in Kairo über eine zeitlich begrenzte Waffenruhe-Verpflichtung verhandeln, sagte er: „Wir müssen wissen, dass wir es mit einem Verhandlungspartner zu tun haben, der nicht einfach ist. Wir müssen ihm alle Vorwände entreißen.“ Bis zum Jahresende müsse der Zustand, der vor der Wiederbesetzung weiter Teile des Westjordanlandes durch Israel herrschte, wieder hergestellt sein.

Jericho ist die erste Stadt, die nach der Vereinbarung von Scharm el Scheich Anfang Februar wieder unter palästinensische Sicherheitskontrolle gestellt wurde. Dort soll die israelische Armee künftig auf Vorstöße verzichten. Die Palästinenserführung sei für Recht und Ordnung zuständig. Die Übergabe der Städte Tulkarem und Kalkilia könnte Anfang kommender Woche erfolgen. Israel hatte den Palästinensern die Übergabe von fünf Städten im Westjordanland zugesagt.

Die neue „Politik der Beruhigung der Lage“ hat sich für die Palästinenser nach Ansicht ihres Präsidenten bereits ausgezahlt. Zu den Erfolgen dieser Politik zählten die angekündigte Räumung mehrerer Städte sowie die Zusicherung der Israelis, die gezielten Tötungen von Palästinensern einzustellen, sagte Abbas in Kairo nach einem Treffen mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak. Gleichzeitig beklagte er sich nach Angaben der ägyptischen Nachrichtenagentur MENA jedoch über die „Verschleppungstaktik“ der Regierung von Ministerpräsident Ariel Scharon, die sich bei der Umsetzung ihrer Verpflichtungen zu viel Zeit lasse.

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