Nahost
Israels Angriff galt syrischer Atomanlage

Vor zwei Wochen bombardierten israelische Flugzeuge ein Ziel in Syrien, doch die Hintergründe blieben im Dunkeln. Damaskus protestierte zwar lautstark, behielt aber hübsch für sich, was da angegriffen wurde. Inzwischen deutet alles darauf hin, dass Jerusalem nukleare Ambitionen des Nachbarn durchkreuzen wollte.

TEL AVIV. Nach amerikanischen und britischen Medienberichten, die von Jerusalem nicht dementiert wurden, galt der Angriff einer syrischen Nukleareinrichtung. Israel hätte eine derart riskante Operation nicht durchgeführt, wenn es dafür nicht „einen sehr stichhaltigen Grund gehabt hätte“, sagte ein Militärexperte in Tel Aviv.

Da die Aktion in Israel strikter Militärzensur unterliegt, müssen sich auch Kommentatoren, die sonst aus erster Hand gebrieft werden, auf ausländische Quellen stützen. Denen zufolge haben israelische Kampfjets vor zwei Wochen eine Anlage attackiert, die Syrien als „landwirtschaftliches Forschungszentrum“ bezeichnet hatte. Auf amerikanischen und israelischen Satellitenbildern soll sie aber als Anlage zur Produktion und Anreicherung von Uran entlarvt worden sein, was auf ein geheimes Nuklearprogramm Syriens hindeutet.

Den Aufstieg zur Atommacht wollte Damaskus offenbar mit Hilfe Nordkoreas schaffen. Kürzlich hatte Washingtons früherer Uno-Botschafter John Bolton Syrien in einem Beitrag für das „Wall Street Journal“ vorgeworfen, nordkoreanische Nukleartechnologie erworben zu haben. Getreu dem Motto israelischer Politik, neben sich keine weitere Atommacht im Nahen Osten zu dulden, handelte Jerusalem schnell. Ein Geschwader der israelischen Luftwaffe zerstörte das zum Nuklearzentrum mutierte „Agrarinstitut“ im Osten Syriens.

Während Israels Politiker und Generäle sonst gerne mit ihren Aktionen prahlen, schweigen sie sich dieses Mal aus. Sie wollen das ohnehin angespannte Verhältnis zu Syrien nicht zusätzlich belasten. Nur andeutungsweise bestätigen sie, worüber ausländische Medien seit Tagen berichten. So lobte Premier Ehud Olmert die Armee „für ihre großartigen Leistungen“. Die „israelische Abschreckung sei jetzt wieder hergestellt“, preist der Chef der militärischen Aufklärung die Geheimoperation. Und laut Staatspräsident Schimon Peres haben die israelisch-syrischen Spannungen nachgelassen.

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