Nahost-Konflikt
„Angriff auf Syrien ist auch ein Angriff auf den Iran“

Der Iran steht auf der Seite von Assad, komme, was wolle, lässt ein Berater von Ajatollah Chamenei wissen. Zu Gesprächen über das Atomprogramm ist das Land hingegen bereit – aber nicht mit den USA.
  • 3

TeheranEin militärischer Angriff auf Syrien wäre für Teheran auch ein Angriff auf den Iran. Das sagte am Samstag Ali-Akbar Welajati, der außenpolitische Berater des iranischen Führers Ajatollah Ali Chamenei.

„Syrien ist in der Region Teil eines goldenen Ringes des Widerstands (gegen Israel), daher sollte alle wissen, dass ein Angriff auf Syrien auch einer auf diesen Ring und den Iran sein würde“, sagte der ehemalige Außenminister in einem Interview der Nachrichtenagentur Mehr. Ohne die logistische Hilfe Syriens wäre die Hisbollah-Bewegung in den Kriegen gegen Israel nie siegreich gewesen.

Der Iran steht in der Syrienkrise auf der Seite von Präsident Baschar al-Assad, dessen Regime unter anderem als engster Verbündeter im Kampf gegen den Erzfeind Israel gilt. Auch ein politischer Wechsel in Damaskus soll nach Teheraner Auffassung über Neuwahlen bestimmt und nicht von außen gesteuert werden. Irans Unterstützung für Assad hat die Beziehungen zum Nachbarland Türkei, zu Ägypten, Saudi-Arabien und anderen arabischen Ländern erheblich verschlechtert, da diese auf der Seite der syrischen Rebellen stehen.

Atomgespräche sollen fortgeführt werden

Im Streit um das Atomprogramm fährt der Iran weiterhin keine klare Linie. Gespräche mit den USA hat das Land abgestritten. Gleichzeitig forderte Teheran, die internationalen Gespräche über sein Atomprogramm doch noch im Januar fortzusetzen.

Es habe weder Gespräche mit den USA noch Anweisungen dafür gegeben. Solche Gespräche seien nur nach ausdrücklicher Anweisung des iranischen Führers Ajatollah Ali Chamenei möglich. Und die gebe es bisher nicht, sagte Berater Welajati.

Welajati wies vehement Presseberichte zurück, wonach er selbst an über Oman vermittelten Gesprächen teilgenommen haben soll. Nach der iranischen Verfassung hat Chamenei das letzte Wort in allen politischen und strategischen Belangen.

Kommentare zu " Nahost-Konflikt: „Angriff auf Syrien ist auch ein Angriff auf den Iran“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Um Syrien ist es in der Staatspresse verdaechtig still geworden. Nach US Analysen ist die Tuerkei bereits aktiv dabei. Das Ganze ist derweil voellig ausser Kontrolle. Assads Machtanspruch scheint nicht gefaehrdet. Die 'Rebellen/Terroristen arbeiten mit zunehmendem Terror. Der Stellvertreterkrieg in Syrien frisst sich fest. Die Bewohner Syriens sind zur 'Nebensache' geworden. Liebe 'Freunde Syriens' es ist Zeit das Muetschen zu kuehlen und zurueckzurudern. Pfeifft eure Hunde zurueck. Das muss ein Ende haben.

  • @MeryemAzimi

    Ein sehr guter Kommentar zur Situation. Mehr muss man dazu nicht mehr sagen. Sicher erschreckend für den Mainstream, das wir Bürger mehr aufgeklärt sind, als so einge Propaganda gegen souveräne Staaten aufzeigt.

    @ HB: Was mich bei diesen Artikel auch etwas stört, ist wieder einmal die Bezeichnung "Regime". Etwas mehr neutralität würde solchem Berichten doch mal wieder gut tun.

  • Ihr Untertitel ist nun wirklich irreführend und höchst ärgerlich. Wenn Iran betont, dass es einen ausländischen militärischen Angriff auf Syrien nicht hinnehmen wird, bedeutet das keine bedingungslose Unterstützung Assads, sondern dass Iran sich selber schützen will. Verständlich, angesichts dessen, dass ein großer Teil der in Syrien tätigen „Rebellen“ von den USA, Libyen und Katar finanzierte Terroristen sind. Natürlich sind diese Aktivitäten auch gegen Iran gerichtet.
    In Bezug auf Syrienverfolgt Iran eine Politik, die wirklich im Sinne der syrischen Bevölkerung ist: Einstellung der Kampfhandlungen, humanitäre Hilfe, Nationaler Dialog, eine Übergangsregierung, freie Wahlen (http://irananders.de/home/news/article/westliche-und-iranische-loesungsinitiativen-zur-syrien-krise.html) – eine Konferenz mit wirklich syrischen Oppositionsgruppen und Vertretern der syrischen Regierung wurde im November in Teheran abgehalten. Alles das ist durchaus auf der Linie des UN-Sonderbeauftragten Brahimi.

    Was Gespräche mit den USA angeht, muss man wohl zuerst nach ernsthaften Angeboten aus den USA fragen und es nicht so darstellen, als würde Iran sich diesen verweigern. Die U-Politik gegen Iran sieht allerdings nicht nach Gesprächsbereitschaft aus. Von Cyber-war,Verletzungen des iranischen Luftraums, Unterstützung von dschihadistischem Terror (Dschundollah) u.a. „Freundlichkeiten“ mal abgesehen, gehen schließlich auch die von den USA verhängten Sanktionen weit über die der UN hinaus. Und diese Sanktionen kosten inzwischen in Iran Menschenleben durch Mangel an Medikamenten, bzw. deren Rohstoffen.
    Dabei sind es die USA gewesen, die eine Einigung im „Atomstreit“ schon 2010 verhindert haben (Abkommen Irans mit der Türkei und Brasilien). Dass Iran unter diesen Umständen nicht aktiv das Gespräch sucht, ist auch verständlich.

    Zu der Vorstellung, man könne „chirurgische“ Eingriffe gegen Irans Atomprogramm durchführen, ohne einen Flächenbrand zu entfachen, kann ich nur ungläubig den Kopf schü

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%