Nahost-Konflikt
Blutiges Attentat in Beirut

Bei einem Bombenanschlag in Beirut sind zehn Menschen ums Leben gekommen. Es ist das schwerste Attentat seit dem Mord an Ex-Ministerpräsident Rafik Hariri 2005. Ziel war offenbar ein führender libanesischer Terror-Ermittler, der an der Aufklärung des Hariri-Mordes beteiligt gewesen sein soll.

Zusammen mit Polizeihauptmann Wissam Eid, dessen Auto von einer ferngezündeten Autobombe zerstört wurde, starben nach Angaben von Polizisten zwei Leibwächter und sieben Zivilisten.

Unbestätigten Angaben zufolge hatte Eid kurz zuvor an einem Treffen mit Mitgliedern des internationalen Ermittlerteams für die Aufklärung des Mordes an Ex-Ministerpräsident Rafik Hariri teilgenommen. Sein Vorgesetzter, General Aschraf Rifi, sagte am Tatort, Eid sei an der Aufklärung mehrerer großer Terroranschläge beteiligt gewesen.

Mehr als 20 Menschen wurden durch die schwere Explosion verletzt, die unter einer Brücke in dem östlichen Christen-Viertel Al-Hasimija mehrere Autos in Brand setzte. Helfer sagten, Leichenteile seien wegen der Wucht der Explosion teilweise 100 Meter vom Ort des Anschlags entfernt gefunden worden.

Es war nach Angaben aus Polizeikreisen nicht der erste Versuch, Eid umzubringen. „Das war ein Racheakt, Eid war schon im Februar 2006 das Ziel eines Attentatsversuches, damals war vor dem Eingang seines Hauses eine Handgranate detoniert“, sagte ein Polizist vor Ort. Im vergangenen Jahr sei Eid während der Kämpfe gegen islamistische Extremisten in dem Palästinenserlager Nahr al-Bared verletzt worden.

Der Libanon wird seit drei Jahren von einer Serie von Sprengstoffanschlägen erschüttert. Die meisten Attentatsopfer waren Politiker und Journalisten, die dem anti-syrischen Lager angehörten. Das Attentat vom Freitag war der schwerste Anschlag seit der Ermordung von Hariris im Februar 2005. Mit Hariri waren damals 22 weitere Menschen getötet worden.

Als Drahtzieher des Bombenattentates stehen syrische Funktionäre im Verdacht. Ein ranghoher UN-Vertreter hatte am Donnerstag vor Journalisten in New York erklärt, die Vorbereitungen für das Sondertribunal, das den Hariri-Mord untersuchen soll, seien schon weit gediehen. Die Namen der Richter und der Verteidiger für das Tribunal in Den Haag würden in Kürze bekanntgegeben, sagte er.

Die Anklage übernimmt Daniel Bellemare, der derzeitige Sonderermittler der Vereinten Nationen im Fall Hariri. Generalsekretär Ban Ki Moon hatte den Kanadier im Dezember als Nachfolger des Belgiers Serge Brammertz bestimmt. Die Kosten für das Tribunal werden zu 49 Prozent vom Libanon getragen, den Rest zahlen andere Staaten auf freiwilliger Basis. Bisher seien über 64 Prozent der benötigten 35 Mill. Dollar (23,7 Mill. Euro) eingegangen, hieß es.

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