Nahost-Konflikt
Friede im Libanon, Krieg in Gaza

Auch wenn es nach dem Beginn der Waffenruhe im Südlibanon zu mehreren kleinen Zwischenfällen kam: Im Großen und Ganzen herrscht Frieden. Dafür ist die israelische Armee im Gazastreifen umso aktiver. Dort tobt ein fast schon vergessener Krieg.

HB JERUSALEM. Israelische Soldaten eröffneten im Südlibanon nach Medienberichten mindestens vier Mal das Feuer auf bewaffnete Hisbollah-Kämpfer und töteten sechs Männer. Bei der Explosion von Blindgängern im Dorf Ansar und in der Region Nabatija starb ein Zivilist, zwölf Menschen wurden verletzt.

Auch schlugen Raketen in der Nacht zum Dienstag im Südlibanon ein. Die Attacke, deren Urheber unbekannt ist, wurde von der israelischen Armee nach Angaben des britischen Fernsehsenders BBC nicht als Bruch der Waffenruhe angesehen. Der Vorfall werde deshalb auch keine Konsequenzen haben, hieß es. Am späten Montagabend und frühen Dienstagmorgen waren nach BBC-Angaben fünf bis zehn Raketen im Süden des Libanon niedergegangen. Wie der US-Nachrichtensenders CNN unter Berufung auf die israelischen Streitkräfte berichtete, sei es für Israelis unklar, ob es sich bei den Geschossen wirklich um Katjuscha-Raketen gehandelt habe, die die radikalislamische Hisbollah verwendet. Möglicherweise habe eine radikale Splittergruppe die Raketen abgefeuert.

Am Montagmorgen hatte nach mehr als einem Monat kriegerischer Auseinandersetzungen eine Waffenruhe begonnen. In der Hafenstadt Tyrus trafen erstmals seit Tagen zwei UN-Hilfskonvois mit Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten ein. Nach Angaben des Internationen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) sind im Libanon insgesamt zwischen 400 000 und 450 000 Flüchtlinge auf Hilfsleistungen angewiesen. Schwedens Regierung lud 60 Staaten und internationale Organisationen zu einer Geberkonferenz für den Wiederaufbau im Libanon am 31. August ein.

Nach der Waffenruhe rückt jetzt die Diskussion über die UN-Truppe für den Süden des Libanon in den Vordergrund. Die USA wollen so schnell wie möglich die Aufstellung einer solchen Truppe. Die Europäische Union (EU) will „so rasch wie möglich“ Klarheit über die Beteiligung von EU-Staaten daran. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird sich auch die Bundeswehr an der Friedensmission beteiligen. Die Bundesregierung will frühestens in der kommenden Woche über einen solchen Einsatz entscheiden.

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