Nahost-Konflikt
Hamas trotzt den Angriffen Israels

Zwei Tage nach Beginn der Bodenoffensive im Gazastreifen setzt die israelische Armee ihre Angriffe auf Ziele der radikal-islamischen Hamas-Organisation fort. Der israelische Rundfunk meldete, in der Nacht seien 30 Ziele in dem Palästinensergebiet angegriffen worden. Chinas Präsident äußerte sich „ernsthaft besorgt“ über die Eskalation im Konflikt.

HB GAZA. Bislang zeige Hamas keine Anzeichen einer Schwächung, meldete der Sender. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy wollte am Montag zu Nahost-Gesprächen nach Kairo, Ramallah und Jerusalem reisen.

Am Wochenende hatten die israelischen Soldaten Gebiete unter ihre Kontrolle gebracht, aus denen militante Palästinenser zuvor Raketen auf Israel abgefeuert hatten. Dabei lieferten sie sich schwere Gefechte mit Hamas-Kämpfern. Am Sonntag gelang es den vorrückenden Einheiten nach palästinensischen und israelischen Berichten, den Gazastreifen zu spalten. Sie trennten den Norden mit der dicht besiedelten Stadt Gaza vom Süden ab.

Nach Palästinenserangaben starben allein seit Beginn der Bodenoffensive 50 Palästinenser, 200 seien verletzt worden. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza vom Sonntag starben binnen neun Tagen mindestens 520 Palästinenser, weitere 2500 wurden verletzt.

Einen Tag nach dem Einmarsch Israels in den Gazastreifen kam nach Armeeangaben ein Soldat um, 31 wurden verletzt. Der israelische Rundfunk meldete am Montag, am Vortag die Entführung eines Soldaten durch Hamas-Kämpfer vereitelt worden. Vier Israelis wurden seit Beginn der Militäroperation am 27. Dezember durch Raketenbeschuss militanter Palästinenser getötet.

Chinas Präsident Hu Jintao äußerte sich „ernsthaft besorgt“ über die Eskalation im Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern. In einem Telefongespräch mit US-Präsident George W. Bush äußerte Hu Jintao auch seine Besorgnis über die humanitäre Krise im Gazastreifen und die Verschlechterung der Situation im Nahen Osten insgesamt. China fordere alle Beteiligten auf, ihre Militäraktionen zu beenden und die Bedingungen zur Lösung des Konfliktes durch friedliche Mittel zu schaffen, sagte Hu Jintao nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua.

Bush unterrichtete den chinesischen Staats- und Parteichef persönlich über die Absage des China-Besuches von Außenministerin Condoleezza Rice, die diese Woche aus Anlass des 30. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen China und den USA nach Peking reisen wollte, sich aber statt dessen voll auf die Krise im Gaza-Streifen konzentrieren will. Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Qin Gang, äußerte Verständnis für die Entscheidung, wie Xinhua weiter berichtete.

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