Nahost-Konflikt
Hamas überzieht Israel mit Raketenhagel

Nach dem Ende des sechsmonatigen Waffenstillstands zwischen der radikal-islamischen Hamas und Israel ist die Gewalt im Gazastreifen wieder aufgeflammt. Palästinensische Kämpfer feuerten allein am Sonntag zehn Raketensalven aus dem von der Hamas kontrollierten Küstengebiet auf Israel.

JERUSALEM. Israels Premier Ehud Olmert erteilte Forderungen nach einem raschen Einmarsch in das Palästinensergebiet aber eine Absage: "Eine Regierung hastet nicht zur Schlacht, vermeidet sie aber auch nicht", sagte er bei einer Kabinettssitzung.

Olmert, der nach den Parlamentswahlen am 10. Februar aus dem Amt scheidet, sieht sich zunehmend innenpolitischem Druck ausgesetzt, militärisch gegen die Hamas vorzugehen. Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit will der Regierungschef einen Einmarsch in den Gazastreifen aber offenbar nicht leichtfertig riskieren. Der Einsatz könnte zu schweren Verlusten auf beiden Seiten führen, die humanitäre Krise in dem Gebiet verschärfen und somit internationale Kritik hervorrufen.

Inzwischen bringen sich die Kandidaten für Olmerts Nachfolge bei dem Thema Hamas in Stellung. Außenministerin Zipi Liwni erklärte, im Falle eines Wahlsiegs ihrer Kadima-Partei werde sie als Ministerpräsidentin dem Hamas-Regime im Gazastreifen ein Ende machen. Die rechtsgerichtete Likud-Partei des früheren Regierungschefs Benjamin Netanjahu, die in Wahlumfragen vorne liegt, warf Olmert vor, die israelischen Bevölkerung an der Grenze zu Gaza nicht vor palästinensischen Angriffen zu schützen. Im Falle eines Wahlsiegs von Likud fürchten Beobachter eine weitere Eskalation der Gewalt im Nahen Osten.

Am Samstag hatte eine israelische Rakete einen Kämpfer der Al-Aksa-Brigaden getötet, dem bewaffneten Arm der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas. Für die meisten der Raketenangriffe auf Israel hat die militante Gruppe Islamischer Dschihad die Verantwortung übernommen. Ein Sprecher der israelischen Armee sagte, seit dem Ende der Waffenruhe seien mindestens 49 Raketen und Mörsergranaten aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert worden.

Die Hamas, die nach blutigen Auseinandersetzungen mit der Fatah im Juni 2007 die Macht im Gazastreifen übernommen hatte, hatte vorige Woche erklärt, sie betrachte den ohnehin brüchigen Waffenstillstand als beendet. Um dies zu untermauern, ließ sie Kämpfer vermummt und bewaffnet vor TV-Kameras paradieren. Reuters

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