Nahost-Konflikt
Israel droht mit Einmarsch im Gazastreifen

Der Weltsicherheitsrat fordert ein Ende der Gewalt, doch der Nahost-Konflikt droht weiter zu eskalieren: Nach den schwersten israelischen Luftangriffen seit Jahrzehnten, bei denen im Gazastreifen bis Sonntag mindestens 275 Menschen ums Leben kamen, erwägt Israel nun einen Einmarsch in das Gebiet. Denn das erklärte Ziel der massiven Luftoffensive wurde bislang nicht erreicht.

HB GAZA. Mehr als 600 wurden nach palästinensischen Angaben bei den Luftangriffen der Israelis verletzt. Die israelische Luftwaffe flog nach Angaben eines Sprechers seit Samstagmittag etwa 250 Angriffe auf Einrichtungen der Sicherheitskräfte unter dem Kommando der Hamas. Das erklärte Ziel der Offensive, die Raketenangriffe auf Israel zu stoppen, wurde zunächst aber nicht erreicht.

Die israelische Luftwaffe und die militanten Palästinensergruppen setzten auch am Sonntag ihre gegenseitigen Angriffe fort. Palästinenser schossen Dutzende von weiteren Raketen und Mörsergranaten auf Israel ab. Erstmals schlugen zwei sogenannte Grad-Raketen südlich von Aschdod ein, der größten Stadt im Süden Israels, die 38 Kilometer vom Gazastreifen entfernt ist. Dies ist die bislang größte Reichweite palästinensischer Raketen. Nach Angaben einer Armeesprecherin schlugen am Sonntagmorgen 20 Raketen auf israelischem Boden ein. Seit Beginn der Luftangriffe am Samstagmittag seien es mehr als 100 gewesen. Am Samstag wurde ein Bewohner der israelischen Ortschaft Netivot getötet. Sechs Menschen wurden verletzt.

Auch die israelische Luftwaffe setzte ihre Angriffe auf Ziele im Gazastreifen fort. Dort stieg die Zahl der Todesopfer nach Angaben der palästinensischen Gesundheitsbehörde auf 275, darunter auch Frauen und Kinder. Weitere 900 Menschen seien verletzt worden. Nach Augenzeugenberichten wurde das Hauptquartier der Hamas-Regierung in der Stadt Gaza sei getroffen und schwer beschädigt.

Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas, der zu Krisengesprächen nach Kairo und Amman gereist ist, gab der radikalen Hamas die Hauptschuld an der Gewalteskalation im Gazastreifen. Die palästinensische Seite hätte die israelische Offensive verhindern können, wenn sie sich an den Waffenstillstand mit Israel gehalten hätte, sagte Abbas am Sonntag in Kairo, wo er mit Ägyptens Präsident Husni Mubarak zusammentraf. „Wir haben mit ihnen gesprochen und gesagt „Wir bitten euch, haltet euch an den Waffenstillstand'... also, wir hätten es verhindern können“, sagte Abbas mit Blick auf die innerpalästinensischen Gespräche zwischen Fatah und Hamas. Abbas gehört der moderateren Fatah-Bewegung an, die seit dem Umsturz im Gazastreifen durch die radikal-islamische Hamas nur noch das Westjordanland kontrolliert.

Kairo hatte schon am Vortag angeboten, zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas zu vermitteln, die den Gazastreifen kontrolliert. Am Samstagabend war Abbas in Amman mit König Abdullah II. zusammengetroffen.

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