Nahost-Konflikt
Israel greift im Gazastreifen an

Israel hat am Samstagmorgen eine mutmaßliche Waffenfabrik der Hamas im palästinensischen Gazastreifen unter Beschuss genommen.

HB GAZA/WASHINGTON. In dem Werk seien Geschosse nicht nur hergestellt, sondern auch gelagert worden, teilte die Armee mit. Zudem hätten die Streitkräfte einen Tunnel an der israelisch-ägyptischen Grenze nahe Rafah bombardiert. Über Opfer wurde nichts bekannt.

Israel führt seit rund einem Monat eine Offensive in dem Küstengebiet durch. Auslöser war die Entführung eines israelischen Soldaten durch radikale Palästinenser. Seitdem sind mindestens 150 Palästinenser getötet worden, die Hälfte davon Extremisten. Eine Freilassung palästinensischer Häftlinge aus israelischen Gefängnissen im Gegenzug für die Freilassung des Soldaten lehnt die Regierung von Ministerpräsident Ehud Olmert bislang ab. An der Entführung des Israelis waren auch Anhänger der Hamas beteiligt. Die Gruppe stellt seit einigen Monaten die Regierung in den Palästinensergebieten.

Bereits am Freitag haben der britische Premierminister Tony Blair und US-Präsident George Bush in Washington eine Initiative vorgestellt. „Wir haben einen Plan, einen nachhaltigen Frieden zu erreichen“, kündigte Bush an, doch was dann folgte, wich wenig von dem ab, was schon seit Tagen auf dem Tisch ist.

Eine multinationale Friedenstruppe soll im Südlibanon an der Seite der libanesischen Armee für Frieden sorgen, verlangten Bush und Blair. Mit dem genauen Mandat soll sich schon nächste Woche der Weltsicherheitsrat beschäftigen. Doch wer soll sich daran beteiligen? Wie groß soll die Pufferzone im Südlibanon für die Truppen sein? Wie soll die Hisbollah-Miliz, die ja kein Staat ist und deshalb an Resolutionen des Weltsicherheitsrates nicht gebunden, dazu gebracht werden, die Raketenangriffe einzustellen? All das ist völlig offen.

„Das soll alles so schnell wie möglich passieren, aber die Bedingungen müssen stimmen“, sagte Blair fast wortgleich mit Bush. „Es funktioniert aber nur, wenn Hisbollah damit einverstanden ist“, räumte er ein. Blair will zudem ein UN-Mandat für die Truppen, das auch Gewalt gegen Hisbollah einschließt, falls die Miliz gegen den Friedensplan ist - im Spannungsfeld des Weltsicherheitsrates mit den Vetomächten Russland und China ein besonders schwieriges Unterfangen.

Für Waffenruheforderungen „nur“ zur Beendigung der derzeitigen Gewalt sind Bush und Blair nicht zu haben. Sie sehen die Gelegenheit für eine Großlösung der Nahost-Probleme gekommen. US-Außenministerin Condoleezza Rice sprach, als sie die zivilen Opfer der jüngsten Angriffe bedauerte, zur Empörung vieler Araber von den „Geburtswehen“ eines neuen Nahen Osten. In dasselbe Horn stieß Bush am Freitag: „Dies ist ein Moment intensiven Konflikts im Nahen Osten“, sagte er. „Doch unser Ziel ist es, daraus eine Chance für größere Veränderungen in der Region zu machen.“

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