Nahost-Konflikt
Israel greift Tunnel im südlichen Gazastreifen an

Nach einem tödlichen Anschlag am Rande des Gazastreifens hat Israel am frühen Mittwochmorgen Tunnelanlagen im Süden des Palästinensergebiets angegriffen. Durch diese Tunnel bei Rafah werden nach israelischer Darstellung aus Ägypten Waffen in den Gazastreifen eingeschmuggelt. Unterdessen ist der neue Nahost-Gesandte der neuen US-Regierung, George Mitchell, in Ägypten eingetroffen.

HB KAIRO/TEL AVIV. Den Beschuss berichteten arabische Medien unter Berufung auf Augenzeugen. Wie die israelische Zeitung „Haaretz“ unter Berufung auf Mitglieder der radikal-islamischen Hamas-Bewegung berichtete, rannten Einwohner von Rafah in Panik aus ihren Häusern. Ein Flugzeug habe dreimal angegriffen. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht.

Ein Hauptziel der dreiwöchigen israelischen Militäroffensive, die am Morgen des 18. Januar mit einer einseitigen Waffenruhe beendet worden war, war die Unterbindung des Waffenschmuggels aus Ägypten. Bei den Angriffen waren etwa 1 300 Palästinenser ums Leben gekommen.

Ein israelischer Berufssoldat wurde am Dienstagmorgen nördlich von Kissufim bei einer Patrouillenfahrt getötet, als auf der israelischen Seite der Grenze zum Gazastreifen unter seinem Fahrzeug ein Sprengsatz explodierte. Die Bombe war von militanten Palästinensern aus dem Gazastreifen gelegt und von dort aus gezündet worden. Drei weitere israelische Soldaten erlitten Verletzungen.

Der scheidende israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hatte am Dienstagabend eine weitere Reaktion Israels angekündigt. Olmert sagte nach israelischen Medienberichten, ein Raketenangriff der Luftwaffe bei Chan Junis sei zunächst nur eine „operative Reaktion“ gewesen. „Die Reaktion auf den Vorfall selbst wird noch kommen“, sagte Olmert den Angaben zufolge bei einem Treffen mit Regierungsvertretern in Jerusalem.

Am heutigen Mittwoch wird der Nahost-Gesandte der neuen US-Regierung, George Mitchell, erstmals in seiner neuen Funktion mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak zusammentreffen. Am Vorabend hatte der Beauftragte des neuen US-Präsidenten Barack Obama in Kairo bereits mit dem ägyptischen Außenminister Ahmed Abul Gheit über den Nahost-Konflikt beraten.

Ägypten kommt im Konflikt zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden radikal-islamischen Palästinenserorganisation Hamas eine wichtige Vermittlerolle zu. In Kairo wird außerdem mit der Fatah-Partei von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und der Hamas über eine Versöhnung der rivalisierenden Palästinensergruppen beraten. Im Anschluss an die Gespräche in Kairo will Mitchell nach Israel weiterreisen. Weitere Stationen der Reise des früheren Nordirland-Vermittlers sind Jordanien und Saudi-Arabien.

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