Nahost-Konflikt
Israel kesselt Hisbollah-Hochburg ein

Die israelische Armee hat weite Teile der südlibanesischen Hisbollah-Hochburg Bint Dschbeil eingenommen. Derweil gehen die Raketenangriffe der radikalen Miliz auf nordisraelische Städte weiter. US-Außenministerin Condoleezza Rice versucht nun in Jerusalem, Chancen für eine Waffenruhe auszuloten.

HB BEIRUT. Der Grenzort sei aber noch nicht unter Kontrolle, sagte ein Armeesprecher in Tel Aviv am Dienstagmorgen. Gefechte, bei denen es auf beiden Seiten Tote und Verletzte gebe, dauerten an. Oberstleutnant Itzik Ronen, der eine Panzereinheit in dem Kampfgebiet führt, sagte im israelischen Rundfunk, die Armee habe die Stadt eingekreist und Positionen im Zentrum eingenommen. „Der Feind hat nicht geringe Verluste“, sagte der Offizier. „Wir haben mehrere Gefangene genommen.“ Nach israelischen Armeeangaben wurden bei den Gefechten bis zu zehn Hisbollah-Kämpfer getötet. Seit Montag starben dort den Angaben zufolge auch zwei Soldaten. 14 israelische Soldaten seien verletzt worden.

Parallel zu der Bodenoffensive setzte die israelische Luftwaffe ihre Angriffe auf Ziele im Libanon fort. In der Stadt Nabatije im Süden des Landes zerstörte eine Rakete das Haus einer Familie und tötete sieben Familienmitglieder. Der staatliche Fernsehsender LBC berichtete, unter den Opfern seien auch Kinder. Mit dem jüngsten Angriff erhöhe sich die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Kampfhandlungen auf libanesischer Seite auf 390 Menschen, die meisten von ihnen Zivilisten.

Keine Verletzten bei Raketenangriffen

Die radikale libanesische Schiiten-Miliz Hisbollah feuerte am Dienstagvormittag mindestens elf Raketen auf den Norden Israels ab. Ziele seien vor allem die Kleinstädte Safed im Bergland von Galiläa und Naharia an der Mittelmeerküste gewesen, sagte ein Armeesprecher in Tel Aviv. Es habe aber keine Verletzen gegeben. In mehreren weiteren Orten in Nordisrael heulten am Dienstag Alarmsirenen wegen möglicher Angriffe.

Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert traf sich am Dienstag mit US-Außenministerin Condoleezza Rice in Jerusalem. Olmert kündigte bei einem Pressetermin vorab an, den Kampf gegen die Hisbollah-Miliz mit „härtesten Mitteln“ fortzuführen. Rice bekräftigte ihre Forderung nach einer Waffenruhe, schränkte jedoch ein, eine solche Übereinkunft „nicht um jeden Preis“ zu wollen. Es müsse gewährleistet werden, „dass wir nicht zu der vorherigen Situation zurückkehren“, sagte sie.

Für die internationale Gemeinschaft sei die UN-Resolution 1559 der Weg für Fortschritte, sagte Rice in Jerusalem. Die Resolution sieht eine Entwaffnung der Hisbollah-Miliz und die Übernahme der Kontrolle im Südlibanon durch libanesische Streitkräfte vor - neben der Freilassung der verschleppten Soldaten sind dies zwei Kernforderungen der israelischen Regierung für eine Waffenruhe. Rice wollte später auch den Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas in Ramallah treffen.

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