Nahost-Konflikt
Israel nennt „Vernichtung“ der Hamas als Ziel

Israel hat eine Waffenruhe mit der Hamas abgelehnt, solange die Gefahr von Raketenangriffen aus dem Gazastreifen nicht gebannt ist. Die Armee geht auch rigoros gegen Hilfslieferungen für Gaza vor. International wächst die Sorge vor einer Destabilisierung der Region.

HB NEW YORK. Israel will die Angriffe im Gazastreifen nach Angaben seiner UN-Botschafterin Gabriela Schalew so lange fortsetzen, bis die Hamas "vollständig vernichtet" ist. Die Offensive werde andauern, bis dieses Ziel erreicht sei, sagte Schalew in New York. Die Regierung in Jerusalem sei angesichts der internationalen Kritik an den Angriffen zwar besorgt, "aber zuallererst haben wir das Recht, uns zu verteidigen", sagte die UN-Botschafterin. "Das kommt noch vor dem Verständnis der internationalen Gemeinschaft, das wir hoffentlich bekommen."

Es gibt keinen Raum für eine Waffenruhe", sagte auch Innenminister Meir Schitrit im Hörfunk. Die Regierung sei entschlossen, den Raketenbeschuss im Süden des Landes zu stoppen. Daher dürfe die Armee ihren Einsatz nicht beenden, bevor der Wille der Hamas zur Fortsetzung der Raketenangriffe gebrochen sei. "Dies ist das Ziel und es muss erreicht werden", sagte Schitrit am Dienstag. Vizeverteidigungsminister Matan Vilnai sagte, die Armee sei darauf vorbereitet, notfalls mehrere Wochen zu kämpfen.

Die israelische Armee geht auch rigoros gegen Hilfslieferungen für Gaza vor. Ein Boot mit dem ein Team von internationalen Friedensaktivisten, das medizinische Hilfsgüter in den Gazastreifen bringen wollte, wurde am Dienstagmorgen von einem israelischen Patrouillenboot gerammt. Das berichtet der US-Sender CNN. Das Boot wurde demnach beschädigt.

Die "Dignity" wurde von der Free-Gaza-Bewegung gechartert. Die US- Menschenrechtsorganisation hat seit August bereits mindestens fünf Fahrten mit Hilfslieferungen organisiert, um die israelische Seeblockade des Gazastreifens symbolisch zu durchbrechen. Die israelische Marine hatte die Schiffe bislang passieren lassen.

Bei den seit Samstag andauernden Luftangriffen im Gazastreifen wurden bislang mehr als 360 Menschen getötet, darunter nach UN-Angaben 62 Frauen und Kinder. In der Nacht zum Dienstag bombardierte die Luftwaffe mehrere Gebäude der Hamas-Regierung in Gaza, dabei wurden nach Angaben von Rettungskräften 40 Menschen verletzt. Bei Raketenangriffen militanter Palästinenser wurden am Montagabend vier Israelis getötet.

Der Tod von Zivilpersonen sei bedauerlich, für das Blutvergießen sei aber die Hamas verantwortlich, erklärte Schalew. Die radikalislamische Organisation sei in Wohngebieten aktiv und benutze Zivilpersonen als menschliche Schutzschilde. "Schuld ist nur die Hamas", sagte die israelische Botschafterin bei den Vereinten Nationen.

Die aktuelle Entwicklung im Gazastreifen gefährdet nach den Worten von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier die Stabilität in der gesamten Region. Darin sei sich Steinmeier mit Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas bei einem Telefonat am Montagabend einig gewesen, teilte das Auswärtige Amt mit. Die Lage dürfe keinesfalls soweit eskalieren, das dadurch der Annapolis-Prozess einschließlich der bilateralen Verhandlungen zwischen Israels Präsident Ehud Olmert und Abbas gefährdet würden. Eine Lösung für die Probleme in der Region könne nur im Rahmen eines tragfähigen politischen Prozesses erreicht werden.

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