Nahost-Konflikt
Israel spricht von „Krieg bis zum bitteren Ende“

Israel bombardiert weiter Ziele im Gazastreifen. Verteidigungsminister Ehud Barak gibt sich unversöhnlich und will ungeachtet der Todesopfer die Angriffe unvermindert fortsetzen. Er kündigte einen "Krieg bis zum bitteren Ende" an. Die Gewalt im Gazastreifen trieb unterdessen die Preise für Öl und Gold schubartig in die Höhe.

HB TEL AVIV/GAZA. Eine Verhandlungslösung im Konflikt scheint derzeit weit entfernt. Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak schloss eine Verhandlungen mit der radikalislamischen Hamas aus. Sein Land führe einen "Krieg bis zum bitteren Ende", sagte Barak vor einem Parlamentsausschuss in Jerusalem. Israel führe einen "gnadenlosen Krieg gegen die Hamas und ihre Verbündeten".

Derweil flogen israelische Kampfflugzeuge am dritten Tag in Folge mit unverminderter Härte neue Angriffe auf Ziele der Hamas im Gazastreifen. Bei den blutigsten Luftangriffen auf das Palästinensergebiet seit 40 Jahren starben bislang mindestens 345 Menschen, wie die palästinensische Gesundheitsbehörde mitteilte. Etwa 1 600 Menschen seit Beginn der Bombardierungen verletzt. Israel will mit der Offensive dem Raketenbeschuss seiner Grenzorte durch die radikal-palästinensisch Hamas aus dem Gaza-Streifen einen Riegel vordschieben. Barak betonte, dass sich die israelischen Luftangriffe nicht gegen die palästinensische Bevölkerung richteten, sondern allein gegen die Hamas. Die Organisation solle dazu gezwungen werden, ihre "feindlichen Aktionen" gegen die israelische Zivilbevölkerung einzustellen.

Im Gegenzug feuerten militante Palästinenser binnen drei Tagen nach Armeeangaben mehr als 200 Raketen und Mörsergranaten auf israelische Grenzstädte. Allein am Montag schlugen mehr als 60 Raketen ein. Im südlichen Israel sind drei Menschen getötet und ebenso viele teils schwer verletzt worden. Bereits am Samstag war ein Israeli in der Grenzstadt Netivot bei einem Raketenangriff getötet worden.

Der israelische Vize-Generalstabschef Dan Harel sagte zu den Operationen im Gazastreifen, das Schlimmste stehe noch bevor. Nach Angaben des israelischen Online-Nachrichtendienstes "ynet" sagte Harel bei einem Treffen mit Bürgermeistern in Kiriat Gat im Süden Israels: "Wir befinden uns erst am Anfang des Kampfes, dies kann man nicht mit einem Schlag lösen. Das Schlimmste ist noch nicht ausgestanden, es steht uns noch bevor, und darauf müssen wir uns vorbereiten."

Die Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern trieb indessen am Montag die Preise für Öl und Gold in die Höhe. "Geopolitik war in den letzten Monaten kein Thema", erklärte ein Händler. "Mit der Lage in Gaza ist das Thema Nahost aber wieder da."

Das Fass (159 Liter) US-Leichtöl der Sorte WTI verteuerte sich in der Spitze um fast zwölf Prozent auf 42,71 Dollar. Ein Fass Nordseeöl der Sorte Brent kostete mit zeitweise 43,18 Dollar sogar 12,5 Prozent mehr als zuletzt am Freitagabend in New York. Bis zum Mittag schmolz das Plus auf je rund sieben Prozent zusammen. Gold profitierte von seinem Ruf als sicherer Hafen in Krisenzeiten und notierte mit fast 890 Dollar so hoch wie seit dem 10. Oktober nicht mehr.

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