Nahost-Konflikt
Israel will ausländische Diplomaten boykottieren

Israel verschärft den Ton im Konflikt mit der neuen palästinensischen Regierung: Das Land kündigte an, den Kontakt zu allen ausländischen Diplomaten abzubrechen, deren Regierungen weiter mit Hamas-Vertretern sprechen.

HB JERUSALEM. Die israelische Ministerrunde hatte die Autonomiebehörde zuvor zu einer „feindlichen Einheit“ erklärt. Darüber hinaus schloss das Sicherheitskabinett auch Friedensgespräche mit dem gemäßigten Präsidenten Mahmud Abbas bis auf weiteres aus. Friedensverhandlungen mit Abbas seien nach Auffassung des israelischen Sicherheitskabinetts erst dann denkbar, wenn die Hamas, die nach ihrem Wahlsieg im Januar die Regierung stellt, Israel und frühere Vereinbarungen anerkenne sowie der Gewalt abschwöre. Außerdem will Israel ausländische Diplomaten boykottieren, die mit der Palästinenser-Regierung sprechen.

Palästinas Ministerpräsident Ismail Hanija erklärte indes, seine Regierung werde ihre Haltung gegenüber Israel auch nach der Einstellung von Hilfszahlungen der EU und der USA nicht ändern. Das Kabinett werde sich einer solchen „Erpressung“ nicht beugen. Brüssel und Washington hatten am Freitag ihre Finanzhilfen in Höhe von hunderten Millionen Euro gestoppt, weil sich die Hamas weigert, auf Gewalt zu verzichten und Israel anzuerkennen.

Die Hamas hat eingeräumt, dass die Autonomiebehörde ohne Unterstützung aus dem Ausland vor einem finanziellen Kollaps steht. Finanzminister Omar Abdel Razek sagte in am Sonntag veröffentlichten Interviews, die Situation sei noch schlimmer als gedacht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%