Nahost-Konflikt
Netanjahu zu Ausweitung der Bodenoffensive bereit

Bei der israelischen Bodenoffensive im Gazastreifen sind etwa 20 Palästinenser und ein israelischer Soldat getötet worden. Israels Premier Netanjahu droht mit einer Ausweitung des Einsatzes. Die Türkei übt scharfe Kritik

JerusalemIsrael ist nach den Worten von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bereit, die Bodenoffensive im Gazastreifen erheblich auszuweiten. Er habe angeordnet, dass sich die Armee entsprechend darauf vorbereite. Netanjahu äußerte sich vor Beratungen mit Regierungsmitgliedern, die über den Einsatz entscheiden.

Die Streitkräfte setzen bei ihrer Anfang vergangener Woche begonnenen Offensive in dem Küstenstreifen Panzer, Artillerie und Infanterie-Soldaten ein. Erklärtes Ziel ist es, Tunnel zu zerstören, die Hamas-Extremisten für Angriffe auf den jüdischen Staat benutzen wollen. Israel will die im Gazastreifen herrschenden Islamisten nach eigener Darstellung aber nicht stürzen.

Etwa 20 Palästinenser wurden nach Angaben der Rettungsbehörden in Gaza seit dem Beginn der Offensive gegen die radikal-islamische Hamas am Donnerstagabend getötet. Darunter seien auch Kinder. Erstmals seit Anfang der Offensive in dem Palästinensergebiet vor elf Tagen kam auch ein israelischer Soldat ums Leben. Die Armee teilte am Freitag mit, er sei bei Kämpfen im Norden des Gazastreifens getötet worden.

Israel will mit der Bodenoffensive nach eigenen Angaben den ständigen Raketenbeschuss seines Staatsgebietes unterbinden. „Das Ziel ist es, eine Realität zu schaffen, in der israelische Bürger in Sicherheit und ohne willkürlichen Terror zu leben“, teilte die Armee am Freitag mit. Für den Raketenbeschuss Israels sind militante Palästinensergruppen im Gazastreifen verantwortlich.

Darüber hinaus will die Armee in dem kleinen Palästinensergebiet am Mittelmeer ein weit verzweigtes Tunnelsystem zerstören. Durch einige der mehreren Hundert Tunnel sollen beispielsweise Waffen und Munition aus Ägypten in den Gazastreifen geschmuggelt werden. Durch andere Tunnel haben militante Palästinenser immer wieder versucht, nach Israel einzudringen, um dort Anschläge zu verüben. Darüber hinaus suchen palästinensische Kämpfer in dem Tunnelsystem Schutz vor israelischen Luftangriffen. Israel hatte zehn Tage lang Ziele im Gazastreifen aus der Luft und von der See aus beschossen, bevor es die Bodenoffensive startete. Dabei setzt die Armee jetzt auch Kampfpanzer ein

Einigung auf Waffenruhe fehlgeschlagen

Zuvor war eine Einigung mit der im Gazastreifen herrschenden Palästinenserorganisation Hamas über eine Waffenruhe fehlgeschlagen. Bei einer Dringlichkeitssitzung wollte die israelische Regierung am Freitag über das weitere Vorgehen entscheiden. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas äußerte sich nach einem Bericht der palästinensischen Nachrichtenagentur „Wafa“ zutiefst besorgt über die jüngste Entwicklung. Die Bodenoffensive werde die Bemühungen um eine Waffenruhe weiter erschweren, sagte Abbas in Kairo.

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