Nahost-Konflikt
Palästinenser werfen Israel Bruch der Waffenruhe vor

Licht am Ende des Tunnels? Die Gespräche in Kairo gehen weiter – doch eine Lösung scheint ungewiss. Zumal die Palästinenser Israel bezichtigen, Schüsse auf ein palästinensisches Fischerboot abgegeben zu haben.

Gaza/Tel AvivDie Zeit drängt bei der Suche nach einer Lösung im Gaza-Konflikt zwischen Israel und militanten Palästinensern. Die 72-stündige Feuerpause läuft am Mittwoch um Mitternacht (Ortszeit) aus. Die Konfliktparteien hatten ihre Kämpfe in der Nacht zum Montag eingestellt. Bis zum frühen Mittwochmorgen war unklar, ob bei indirekten Gesprächen unter ägyptischer Vermittlung in Kairo ein Kompromiss gefunden werden kann.

Zumal Palästinenser Israel erneut einen Bruch der Waffenruhe vorwerfen. Augenzeugen berichteten, ein Schiff der israelischen Marine habe am Mittwoch Schüsse auf ein palästinensisches Fischerboot abgegeben. Der Vorfall ereignete sich vor der Küste bei Rafah im südlichen Gazastreifen. Eine israelische Militärsprecherin sagte, ein palästinensisches Motorboot habe versucht, die von der Armee ausgewiesene Zone zu verlassen. Daraufhin seien „Warnschüsse“ in die Luft abgefeuert worden. Bereits am Dienstag hatte ein israelisches Schiff Schüsse an einem Küstenstreifen im Süden des Gazastreifens abgegeben.

Zuvor hatte Mussa Abu Marsuk, Chefunterhändler der Hamas in der palästinensischen Delegation, bereits auf seiner Facebook-Seite von „schwierigen Verhandlungen“ berichtet. Die radikal-islamische Hamas lehne eine Verlängerung der dreitägigen Waffenruhe über Mittwoch hinaus ab. Sollte es bis dahin keine Einigung geben, wird ein neuer Ausbruch der Gewalt befürchtet.

Der palästinensische Delegationschef Asam al-Ahmed sagte der Online-Zeitung „Times of Israel“, es gebe Fortschritte bei den Verhandlungen. Dennoch sei „die Kluft groß“. Ähnlich zitierte der israelische Rundfunk einen Regierungsvertreter in Jerusalem. Israelische Medien berichteten, Israel habe sich unter anderem dafür ausgesprochen, dass Sicherheitskräfte des Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas an den Kontrollen von zwei Grenzübergängen zwischen dem Gazastreifen und Israel sowie am Grenzübergang nach Ägypten beteiligt werden.

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