Nahost-Konflikt
USA dementieren „Freibrief für Israel“

Die US-Regierung ist sauer: Das Außenministerium wehrt sich gegen die Einschätzung, Washington habe Israel einen Freibrief für die Bombardements im Libanon erteilt. Eine solche Annahme – wie sie vom israelischen Justizminister geäußert worden war – sei "empörend". Condoleezza Rice will nun erneut in das Krisengebiet reisen.

HB KUALA LUMPUR. Die US-Regierung fühlt sich falsch verstanden. Die Einschätzung, die internationale Libanon-Konferenz in Rom habe Israel einen Freibrief für die Fortsetzung seiner Offensive in dem Nachbarland gegeben, sei nicht korrekt, erklärte am Freitag der Sprecher des amerikanischen Außenministeriums, Adam Ereli, in Kuala Lumpur während eines Besuchs von US-Außenministerin Condoleezza Rice in der malaysischen Hauptstadt. Die USA scheuten keine Anstrengungen, um zu einem tragfähigen und dauerhaften Ende der Gewalt beizutragen.

Die Konferenz in Rom hatte sich am Mittwoch auf Druck der USA nicht auf die Forderung nach einer sofortigen Waffenruhe im Libanon einigen können. Der israelische Justizminister Haim Ramon hatte daraufhin erklärt, damit habe das Treffen seinem Land effektiv grünes Licht für die Fortsetzung der Bombardierungen gegeben. „Eine solche Äußerung ist empörend“, sagte Ererli jetzt.

Außenministerin Rice kündigte heute eine weitere Reise in den Nahen Osten an, um zu verhandeln. Sie nannte allerdings keinen Zeitplan. Sie sagte: „Die Frage ist, wann der richtige Zeitpunkt für mich gekommen ist, um in den Nahen Osten zurückzukehren.“ Die USA wollen mit einer langfristigen Lösung die Schlagkraft der Hisbollah mindern und damit den Einfluss von deren Verbündeten, Syrien und Iran.





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Ohne Einbeziehung dieser zwei Länder werde es indes schwer sein, einen Waffenstillstand zu erreichen, sagte der UN-Gesandte in Nahost, Terje Röd-Larsen. Es sei zu früh zu sagen, ob sich Syrien und der Iran an Friedensbemühungen beteiligen könnten. Röd-Larsen sah kaum Chancen auf eine schnelle Waffenruhe. „Weder Israel noch die Hisbollah geben Anzeichen, dass sie eine solche Vereinbarung akzeptieren würden“, sagte er der französischen Zeitung „Le Figaro“.

17 Tage dauern die Angriffe auf den Libanon jetzt an. Bei Luftangriffen auf Dörfer im Süden des Landes wurden mindestens acht Menschen getötet, drei weitere starben in der Nacht im östlichen Bekaa-Tal. Die libanesische Hisbollah-Miliz feuerte ihrerseits erneut Raketen auf den Norden Israels. Auch die Bodengefechte nahe der Hisbollah-Hochburg Bint Dschbeil gingen weiter. Ein Waffenstillstand ist nicht in Sicht.

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