Nahost-Konlikt
Perthes warnt vor neuem Krieg Israel-Libanon

Die Lage im Nahen Osten könnte sich Anfang 2007 dramatisch zuspitzen. Davor hat der Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik, Volker Perthes, im Interview mit dem Handelsblatt gewarnt.

BERLIN. Deshalb begrüßte er die verstärkten diplomatischen Anstrengungen für eine Nahost-Lösung. "Sonst ist die Gefahr groß, dass sich der libanesisch-israelische Krieg im kommenden Jahr wiederholt“, warnte der Nahostexperte. „Die einzige Chance, die zu verhindern, ist es, einen politischen Prozeß aufs Gleis zu setzen, der sowohl Syrien, Libanon, Israel und die Palästinenser einbezieht." Anfang 2007 übernimmt Deutschland den EU-Vorsitz.

„Die Europäer müssen und können deshalb einen Impuls geben“, forderte der SWP-Direktor. Die Nahostreise des deutschen Außenministers diene auch der Vorbereitung auf die deutsche EU-Ratspräsidentschaft. „Die Bundesregierung weiß, dass die Lage im Nahen Osten unter ihrem EU-Vorsitz im ersten Halbjahr 2007 sehr brenzlig werden kann“, betonte Perthes. „Der Status quo zwischen Syrien, Libanon, Israel und den Palästinensern ist jedenfalls nicht haltbar.“ Das Problem sei, dass sich anders als früher nicht mehr schwerbewaffnete Armeen gegenüber stünden, sondern eine Vielzahl kaum zu kontrollierender Akteure. Dies schmälere auch die Bedeutung des von Olmert und Abbas ausgehandelten Waffenstillstands. „Anders als früher ist er nicht durch gemeinsame israelisch-palästinenische Gremien etwa mit Offizieren beider Seiten unterfüttert, die deeskalierend wirken könnten.“ Deshalb könne jederzeit an einem der vielen Brandherde neuer Streit ausbrechen.

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