Nahost-Krise
Hoffnung für den Libanon

Seit mehr als einer Woche beschießt Israel den Libanon mit Artillerie und Bomben. Seit mehr als einer Woche schlägt die Hisbollah mit Raketen zurück. Nun scheinen sich die Beteiligten endlich auf Verhandlungen zu besinnen. Es gab am Wochenende gleich mehrere Zeichen dafür, dass der Krieg beendet werden kann. Doch noch sterben Menschen.

HB JERUSALEM/BEIRUT. Israel signalisierte am Sonntag Zustimmung zu einer vorübergehenden Entsendung einer internationalen Friedenstruppe in den Südlibanon. Die Hisbollah-Miliz stimmte indirekten Verhandlungen mit Israel über einen Gefangenenaustausch zu. Auch Syrien soll sich in die diplomatischen Bemühungen eingeschaltet haben. Papst Benedikt XVI. rief zu einem sofortigen Waffenstillstand auf. Und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, der in der Region Möglichkeiten zur Beruhigung der Lage auslotete, äußerte sich vorsichtig optimistisch zu einer ersten Bewegung in dem Konflikt.

„Ich habe den Eindruck, etwas öffnet sich hier“, sagte Steinmeier nach einem Gespräch mit Israels Verteidigungsminister Amir Perez in Jerusalem dem ZDF-heute journal. Eine Beteiligung der Bundeswehr an einer UN-Friedenstruppe ist für Kanzlerin Angela Merkel in der jetzigen Situation indes nicht wahrscheinlich, gleichwohl dies Koalitionspartner und SPD-Chef Kurt Beck nicht ausschließen wollte.

Perez erklärte: „Israel unterstützt eine starke internationale Truppe mit einem robusten Mandat im Südlibanon für einen begrenzten Zeitraum, bis die libanesische Armee in Position gehen und auf effektive Weise aktiv werden kann.“ Diese Truppe müsse auch gegen Waffenlieferungen aus Syrien an die Hisbollah vorgehen, betonte Perez. Ein so genanntes robustes Mandat erlaubt Friedenssoldaten ausdrücklich auch die Anwendung von Gewalt.

Deutschland könnte Vermittlerrolle zufallen

Die Verschleppung zweier israelischer Soldaten durch die Hisbollah hatte vor zwölf Tagen die heftigen Angriffe Israels auf Ziele im Libanon ausgelöst. Am Sonntag zeigte sich die Organisation mit Verhandlungen über einen Gefangenenaustausch einverstanden unter Hinzuziehung eines Vermittlers. Israel verlangt allerdings die bedingungslose Freilassung der Soldaten.

Die beiden Soldaten sind nach Darstellung des libanesischen Außenministers Fausi Salluch gesund und „an einem sicheren Ort“. Nach einem Treffen mit einem Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes sagte Salluch: „Deutschland hat in der Vergangenheit eine wichtige und herausragende Rolle zwischen dem Libanon und Israel gespielt und kann die gleiche Rolle jetzt spielen.“ Deutschland hat schon mehrfach in Nahost an der Freilassung von Gefangenen und Geiseln mitgewirkt.

Am Mittwoch nimmt Außenminister Steinmeier vermutlich an einer Nahost-Konferenz in Rom teil, zu der auch US-Außenministerin Condoleezza Rice erwartet wird. Rice will am Montag die Krisen-Region besuchen.

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