Nahost-Krise
Kämpfe gehen weiter

Eine israelische Kommandoaktion nahe der Hafenstadt Tyrus hat am Samstag erstmals die libanesische Armee in größere Kämpfe verwickelt. Libanesische Soldaten setzten Luftabwehrgeschütze ein, nachdem israelische Kampfhubschrauber mehrere Raketen abgefeuert hatten.

HB BEIRUT/TYRUS. Die Helikopterbesatzungen seien im Tiefflug über Tyrus geflogen und hätten aus Maschinengewehren auf Ziele am Boden gefeuert, sagte die libanesische Polizei. Ein libanesischer Soldat wurde getötet und eine Luftabwehrbatterie zerstört. Die Hisbollah tötete im Süden Libanons einen israelischen Soldaten, als sie bei Tajiba aus Mörsern feuerte.

Unterdessen traf der US-Gesandte David Welch zu Gesprächen mit dem libanesischen Ministerpräsidenten Fuad Siniora und Parlamentspräsident Nabih Berri in Beirut ein. Im Mittelpunkt standen Wege zur Lösung des bewaffneten Konflikts. Es ist der erste Besuch eines ranghohen US-Vertreters, seit die libanesische Regierung einen geplanten Besuch von US-Außenministerin Condoleezza Rice abgesagt hatte. Grund dafür war das Blutbad von Kana, bei dem durch einen israelischen Luftangriff auf die südlibanesische Ortschaft mindestens 28 Zivilisten getötet worden waren.

Die israelische Luftwaffe flog in der Nacht zum Samstag etwa 70 Angriffe auf Ziele im Libanon. Dabei seien unterirdische Anlagen der Hisbollah, Waffenlager und Raketenstellungen zerstört worden, sagte ein Militärsprecher in Tel Aviv. Kampfflugzeuge griffen erneut Ziele in der libanesischen Hauptstadt Beirut an. Nach Angaben der libanesischen Polizei wurden wieder die südlichen Vororte Haret Hreik und Hay Madi bombardiert, die als Hochburgen der Hisbollah gelten.

Mindestens sechs schwere Detonationen hätten die Stadt erschüttert. Bei der Aktion nahe Tyrus setzten israelische Hubschrauber außerdem Soldaten auf dem Boden ab. Danach kam es zu Kämpfen mit Hisbollah-Milizen. Das Ziel der Operation war zunächst unklar. Hisbollah-Quellen in Tyrus behaupteten, dass die abgesetzten Soldaten in einen von der Hisbollah vorbereiteten Hinterhalt geraten und dass acht von ihnen getötet oder verletzt worden seien.

Die Hisbollah feuerte am Samstag nach israelischen Angaben mindestens 20 Raketen auf den Norden Israels. Am Vorabend waren Hisbollah-Raketen erstmals nahe der mehr als 70 Kilometer entfernt von der Grenze gelegenen israelischen Stadt Hadera eingeschlagen. Es war der bisher südlichste Ort in Israel, der angegriffen wurde.

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