Nahost
Libanesische Armee auch im Süden angegriffen

Die libanesische Armee ist nun auch im Süden des Landes in Kämpfe mit islamischen Extremisten verwickelt: Aus einem Flüchtlingslager heraus griffen Militante einen Armeeposten an. Weiten sich die Kämpfe zu einem Bürgerkrieg aus?

HB BEIRUT. Augenzeugen berichteten in der Nacht zum Montag von Gefechten zwischen Soldaten und sunnitischen Kämpfern vor dem palästinensischen Flüchtlingslager Ain al-Hilweh nahe der Hafenstadt Sidon. Es seien sowohl Gewehrfeuer als auch Granatenbeschuss zu hören gewesen. Zwei Soldaten und zwei Milizionäre seien getötet worden. Am Morgen kehrte nach einem Bericht des Nachrichtensenders Al-Arabija wieder Ruhe ein. Ain al-Hilweh ist mit 45 000 Bewohnern das größte palästinensische Flüchtlingslager im Libanon.

Bereits am Sonntag war es vor dem Lager zu Auseinandersetzungen zwischen der Armee und den Extremisten der Gruppe Dschund al-Scham gekommen, wobei Augenzeugen zufolge zwei Menschen verletzt wurden. Nach Vermittlungsbemühungen sei danach vorübergehend Ruhe eingekehrt, bevor die neuen Kämpfe ausbrachen. Auslöser der Gefechte war ein Angriff der Sunniten-Gruppe auf einen Kontrollpunkt der Armee.

Im Nordlibanon hielten die schweren Kämpfe um das palästinensische Flüchtlingslager Nahr al-Bared auch am Wochenende unvermindert an. Die Armee beschoss das Lager am Sonntag den dritten Tag in Folge fast ununterbrochen aus Panzern, Artilleriegeschützen und Kampfhubschraubern. Die dort verschanzten Extremisten der islamistischen Gruppe Fatah al-Islam lehnten es dennoch strikt ab, sich zu ergeben, wie es die Regierung in Beirut gefordert hatte. Der am Freitag begonnene Angriff des libanesischen Militärs auf die Extremisten hat große Teile des Lagers zerstört, von dessen fast 40 000 Bewohnern die meisten seit Beginn der Kämpfe vor zwei Wochen geflohen sind. Insgesamt starben seit Beginn der Gewalt am 20. Mai mindestens 110 Menschen.

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