Nahost
Palästinenserpräsident bittet Uno um Friedenstruppen

Nachdem die Gewalt in den Palästinensergebieten eskaliert ist, denken die Vereinten Nationen darüber nach, eine internationale Friedenstruppe in den Gazastreifen zu entsenden. Auch die Europäische Union (EU) wäre bereit, sich an einem solchen Einsatz zu beteiligen.

HB NEW YORK/BRÜSSEL. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte am Mittwoch in New York, Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas habe ihn in einem Telefonat um ein stärkeres Engagement der Uno gebeten. „Das ist eine Idee, für die wir nun die Möglichkeiten ausloten müssen“, sagte Ban. Bevor es aber eine „internationale Präsenz“ im Gazastreifen geben könne, müssten zunächst einige Fragen geklärt werden – vor allem, was der genaue Auftrag der Mission sein solle.

Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana zeigte sich offen für eine Beteiligung an einem Uno-Einsatz. „Wenn wir um Unterstützung gebeten werden, werden wir selbstverständlich die Möglichkeiten prüfen“, sagte Solana vor Journalisten in Brüssel. Derzeit sei die EU mit etwa 70 Beobachtern an der Grenze zwischen Ägypten und dem Gazastreifen engagiert. Vor der Entsendung einer größeren Truppe müssten Israel, Ägypten und die Palästinenser aber klar Stellung zu dem Vorhaben beziehen. „Von konkreten Entscheidung sind wir noch weit entfernt“, fügte Solana hinzu. Israels Ministerpräsident Ehud Olmert hatte sich am Dienstag erstmals für eine Uno-Truppe an der Grenze zwischen Ägypten und dem Gazastreifen ausgesprochen.

Nach neuen innerpalästinensischen Kämpfen hatte die radikal-islamische Hamas zuvor ihre Kontrolle über den an Israel grenzenden Gazastreifen ausgeweitet. Bei den Gefechten starben allein am Mittwoch mehr als 30 Menschen, damit erhöhte sich die Zahl der Opfer seit dem Wochenende auf mindestens 78. Die Fatah-Bewegung von Abbas schien weiter an Boden zu verlieren.

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