Nahost-Politik: Zwei-Staaten-Lösung nicht zwingend für die USA

Nahost-Politik
Zwei-Staaten-Lösung nicht zwingend für die USA

Für den früheren US-Präsident Barack Obama war es nicht vorstellbar. Doch Donald Trump will Friedensverhandlungen im Nahen Osten ohne Vorbedingungen beginnen. Steht die Zwei-Staaten-Lösung auf dem Spiel?
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Washington/BerlinDie Regierung von US-Präsident Donald Trump will im Nahen Osten offenbar Frieden ohne Vorbedingungen vermitteln. Auch eine Zwei-Staaten-Lösung sei keine Voraussetzung neue Gespräche, teilte ein hochrangiger Vertreter des Weißen Hauses am Dienstag (Ortszeit) mit. Es sei Sache der Israelis und Palästinenser, festzulegen, was ein Friedensvertrag enthalten solle. Trump strebe an, zügig mit entsprechenden Vermittlungen zu beginnen und beide Seiten zusammenzubringen.

Im Vergleich zu der Vorgängerregierung unter Ex-Präsident Barack Obama kommt diese Ankündigung einem dramatischen Wandel in der Nahostpolitik gleich. Obama hatte immer erklärt, keine Alternative zur Zwei-Staaten-Lösung zu sehen. Diese Position haben auch die US-Präsidenten vor ihm geteilt; seit Jahrzehnten wurde als Ziel herausgegeben, dass mit Israel und einem künftigen Palästina zwei nebeneinander liegende Staaten existieren sollten.

Obama hatte in seiner letzten Rede gewarnt, der Moment für ein solches Abkommen könne gerade vorüberziehen - ein Status quo sei aber nicht nachhaltig.

Das US-Außenministerium zeigte sich am Dienstag von der Äußerung aus dem Weißen Haus überrascht. Es sei der Behörde kein Abrücken von dem Wunsch nach einer Zwei-Staaten-Lösung bekannt. Vertreter des Außenministeriums bemühten sich um weitere Informationen aus dem Weißen Haus. Diese waren bekanntgeworden, als Außenminister Rex Tillerson gerade mit Netanjahu beim Abendessen (Ortszeit) saß.

Bereits im Wahlkampf hatte sich Trump damit gerühmt, gut in Verhandlungen zu sein und erklärte, Nahost-Friedensgespräche seien eine Herausforderung, die er begrüße. Sein Schwiegersohn Jared Kushner ist derzeit mit der Aufgabe betraut, Gespräche zu vermitteln.

Am (heutigen) Mittwoch trifft Trump den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in Washington. Es wird erwartet, dass die Staatenlenker über den von Israel vorangetriebenen Ausbau der Siedlungen im Westjordanland, einen möglichen Umzug der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem sowie den Iran sprechen werden.

Der Vertreter des Weißen Hauses erklärte, der Besuch solle den Beginn einer engeren Beziehung zwischen den Vereinigten Staaten und Israel markieren. Unter Obama galten die Beziehungen zu Ministerpräsident Netanjahu als unterkühlt. Dieser steht innenpolitisch im eigenen Land unter Druck. Anstelle eines Fokus auf die Siedlungen wird erwartet, dass er vor allem den Konflikt mit dem Iran in den Vordergrund stellen wird.

Die Bundesregierung verfolgt trotz des Kurswechsels in Washington weiter das Ziel einer Zwei-Staaten-Lösung im israelisch-palästinensischen Konflikt. „Wir sind unverändert davon überzeugt, dass nur eine verhandelte Zwei-Staaten-Lösung in der Lage ist, die Interessen beider Seiten - Israelis wie Palästinenser - gerecht zu werden und Israel dauerhaften Frieden bringen kann“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Die Suche nach einer Zwei-Staaten-Lösung sei deshalb ein Grundpfeiler der deutschen Nahostpolitik, was man gegenüber allen Gesprächspartnern auch betonen werde.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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