Nahost
Raketen verfehlen US-Kriegsschiffe

Unbekannte haben auf den Hafen der jordanischen Stadt Akaba am Roten Meer und auf die israelische Nachbarstadt Eilat drei Raketen abgefeuert. Die Geschosse sollten US-Kriegsschiffe und den Flughafen von Eilat treffen, verfehlten aber ihr Ziel.

HB AKABA/EILAT. Wie die jordanischen Behörden mitteilten, schlugen zwei Raketen im Hafen von Akaba in ein Lagerhaus sowie in ein Militärkrankenhaus ein. Ein jordanischer Soldat, der vor dem Hospital Wache stand, sei worden getötet. Ein weiterer Soldat sei verletzt worden.

Der Kommandeur des US-Kriegsschiffes "Ashland", das in Akaba vor Anker lag, sagte, die Rakete sei über sein Schiff hinweggeflogen, bevor sie in das Dach des Lagerhauses eingeschlagen sei. Die "Ashland" und die ebenfalls ankernde USS "Kearsarge" liefen sofort nach dem Attentat aus dem Hafen aus. Sie waren für eine Übung mit der jordanischen Marine nach Akaba gekommen.

Taxifahrer in Israel leicht verletzt

Wenig später schlug eine dritte Rakete Rakete in Israel ein. Nach Angaben der israelischen Behörden handelt es sich um ein Geschoss vom Typ der russischen "Katjuscha"-Boden-Boden-Kurzstreckenraketen. Es sei etwa 50 Meter von der Landebahn des Flughafens von Eilat entfernt eingeschlagen. Ein Taxifahrer, der mit seinem Wagen gerade eine nahe gelegene Straße passierte, sei durch die Druckwelle leicht verletzt worden.

Erste Ermittlungen der jordanischen Behörden deuten darauf hin, dass die Raketen von ausländischen Terroristen abgefeuert wurden. Ein Sprecher sagte, es werde nach einem Syrer und zwei Irakern gefahndet. Sie hätten das Lagerhaus in einem Industriegebiet von Akaba angemietet, von dessen Dach die Raketen abgefeuert wurden.

El-Kaida-Bekennerschreiben im Internet

Im Internet bekannten sich die Abdullah-Assam-Brigaden zu dem Anschlag. Die Gruppe hat Verbindungen mit dem Terrornetzwerk El Kaida. Die Authentizität der Erklärung war zunächst nicht zu überprüfen. Die Abdullah-Assam-Brigaden sind eine von mehreren Gruppen, die sich zu den jüngsten Anschlägen im ägyptischen Scharm-el-Scheich bekannt haben.

Nach dem Anschlag hatte der israelische Verteidigungsminister Shaul Mofaz erklärt, der Geheimdienst seines Landes habe gewusst, dass die Terrororganisation El Kaida einen Anschlag auf Israel oder Israelis in oder von Jordanien aus plane. Deswegen habe die Regierung in Jerusalem in der vergangenen Woche eine Reisewarnung für Jordanien herausgegeben. Sowohl nach Jordanien als auch nach Ägypten können Israelis gewöhnlich ohne Probleme einreisen, wobei Jordanien kein normales Reiseziel ist.

Eilat gilt als einer der sichersten Orte in Israel, weil zwischen der Stadt und den Palästinensergebieten hunderte von Kilometern menschenleere Wüste liegen. Palästinensische Attentäter haben es schwer, unentdeckt bis dorthin vorzudringen. Anschläge von Jordanien aus sind ebenfalls schwierig, weil Polizei und Geheimdienst gut funktionieren und zudem mit Israel kooperieren. Jordanien ist eines von drei arabischen Ländern, das diplomatische Beziehungen mit Israel unterhält.

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