Nahost-Reise
Medien: Bin Laden richtet Botschaft an Obama

Mit Beginn der Nahost-Reise von US-Präsident Barack Obama hat der Sender El Dschasira eine Botschaft veröffentlich, die Osama bin Laden zugeschrieben wird. Darin heißt es, Obama führe die Politik von Bush fort. Die Amerikaner müssten sich darauf einstellen, die Konsequenzen dafür zu tragen.

HB WASHINGTON. Der arabische Nachrichtensender berichtete am Mittwoch von der bevorstehenden Veröffentlichung einer Tonaufnahme, in der der Chef des Terrornetzes El Kaida die Politik des US-Präsidenten gegenüber der islamischen Welt kritisiert. Auch der US-Fernsehsender CNN berichtete über eine zunächst nicht näher erläuterte Aufzeichnung.

Kurz vor dem Auftauchen der Botschaft hatte Obama seine von Muslimen mit Spannung erwartete Reise durch Nahost und Europa begonnen. Am Mittwoch landete er in Saudi-Arabien, wo er mit König Abdullah über den Nahost-Konflikt und Öl sprechen sollte. Als Höhepunkt der viertägigen Reise gilt jedoch eine Rede am Donnerstag in Kairo, bei der es um das grundsätzliche Verhältnis der USA zur islamischen Welt gehen soll. Im weiteren Verlauf besucht Obama auch Deutschland.

Vor der der angeblichen Botschaft von bin Laden war an diesem Mittwoch bereits eine Audio-Botschaft des El-Kaida-Vize Eiman el Sawahiri aufgetaucht. Darin hieß es: „Er ist nicht willkommen in Ägypten.“ Nur Amerikas „Sklaven“ und „Agenten“, würden Obama in Kairo mit offenen Armen empfangen.

Obama hatte erklärt, die Beziehungen seines Landes zu der muslimischen Welt verbessern zu wollen, die während der Amtszeit von George W. Bush stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Obamas Vater war ein Moslem, er selbst lebte als Junge einige Zeit in Indonesien, dem bevölkerungsreichsten islamischen Land der Welt. Sein Sprecher sagte vor dem Abflug, Ziel von Obamas Rede werde es sein, einen Neuanfang bei den Beziehungen zur islamischen Welt zu erreichen. Obama selbst warnte jedoch zuletzt vor zu hohen Erwartungen. Eine Rede allein könne nicht alle politischen Differenzen überwinden, sagte er.

Bei dem Treffen mit dem saudiarabischen König wurden auch Gespräche über den Öl-Preis erwartet. Den weltgrößten Öl-Verbraucher USA und den weltgrößten Öl-Produzent Saudi-Arabien verbindet seit fast 60 Jahren eine Politik, bei der das amerikanische Militär das Königreich schützt, während Saudi-Arabien die Energieversorgung garantiert. Allerdings drohen nun Spannungen. Experten zufolge ist die Regierung in Riad unglücklich über die Pläne Obamas, verstärkt auf erneuerbare Energien zu setzen. Umgekehrt hat sich die saudiarabische Regierung für einen Öl-Preis von bis zu 80 Dollar je Barrel ausgesprochen. Der Westen befürchtet, dass dies eine Erholung der Wirtschaft abwürgen könnte.

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