Nahost
Saad Hariri gewinnt Wahl in Beirut

Bei der Parlamentswahl im Libanon hat sich bei der ersten Teilabstimmung in der Hauptstadt Beirut wie erwartet der Sohn des ermordeten Ex-Ministerpräsidenten Rafik al-Hariri durchgesetzt. Er erhielt fast fünf Mal so viele Stimmen wie sein Gegenkandidat.

HB BEIRUT. Innenminister Hassan Sabaa teilte am Montag mit, Hariris Wahlbündnis habe alle 19 Sitze für die Hauptstadt erobert. Die Wahlbeteiligung bei der ersten Parlamentswahl seit dem Abzug der syrischen Truppen aus Libanon habe nur 27 Prozent betragen und lag damit deutlich unter den 33,8 Prozent bei der letzten Wahl im Jahr 2000.

Der Innenminister führte dies vor allem auf Boykottaufrufe einiger Parteien zurück. Anhänger von General Michel Aoun und einige andere prominente Politiker wollten damit gegen die aus ihrer Sicht ungerechte Aufteilung der Wahlbezirke protestieren.

Neun der Kandidaten auf Hariris Liste waren bereits vor der Wahl zu Siegern erklärt worden, weil sich keine Gegenkandidaten fanden. Dem Wahlbündnis von Hariris „Zukunftsbewegung“ hatten sich auch Oppositionsführer Walid Dschumblatt und die radikalislamische Hisbollah angeschlossen.

Der Erfolg für Saad Hariri (35) gilt in Beirut allgemein als „Vertrauensvotum für seine verstorbenen Vater“, der am 14. Februar bei einem Bombenanschlag getötet worden war. Beobachter sehen in Saad Hariri bereits einen Kandidaten für das Amt des Regierungschefs.

Am Sonntag waren zunächst nur die rund 420 000 wahlberechtigten Einwohner Beiruts an die Urnen gerufen worden. Im Süden, Osten und Norden Libanons wird nacheinander an den drei kommenden Sonntagen gewählt.

Nach dem Wahlgesetz werden die 128 Sitze im Parlament je zur Hälfte zwischen Christen und Muslimen aufgeteilt. Wahlberechtigt sind insgesamt rund drei Millionen Libanesen, die zu 59 Prozent Muslime und zu 41 Prozent Christen der verschiedensten Konfessionen sind.

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