Nahost: Scharon erhielt Luftröhrenschnitt

Nahost
Scharon erhielt Luftröhrenschnitt

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon ist erneut operiert worden und hat einen Luftröhrenschnitt erhalten. Der Eingriff sei erfolgreich verlaufen, erklärte das Jerusalemer Hadassah-Krankenhaus. Mit dem Luftröhrenschnitt sollte Scharon die selbstständige Atmung erleichtert werden.

HB JERUSALEM. Der Zustand des Patienten sei nach wie vor kritisch, aber stabil, hieß es. Scharon hatte Anfang des Jahres einen schweren Schlaganfall erlitten und musste nach Gehirnblutungen mehrmals operiert werden. Seitdem liegt er im Koma. Die Narkosemittel wurden inzwischen reduziert, aber noch nicht gänzlich abgesetzt. Einige Ärzte, die nicht an der Behandlung Scharons beteiligt waren, werteten dies als schlechtes Zeichen.

Ein Luftröhrenschnitt („Tracheotomie“) gilt als Routineeingriff bei Schlaganfallpatienten. Er soll auch helfen, das durch die Intubation entstehende Infektionsrisiko zu senken. Durch den Schnitt kann ein Patient über längere Zeit unter Umgehung der natürlichen Atemwege atmen oder beatmet werden. Diese Tracheotomie dient der längfristigen Sicherung der Atmung.

Scharons Vize darf weiter als Premier amtieren

Der israelische Generalstaatsanwalt Meni Masus teilte Scharons Stellvertreter Ehud Olmert am Sonntag formell mit, er könne weiter als Ministerpräsident amtieren, solange Scharon noch im Krankenhaus liege. Damit wird Olmert das höchste Regierungsamt aller Voraussicht nach bis zur israelischen Parlamentswahl am 28. März ausfüllen.

Am Sonntag bestand Olmert seine erste harte Bewährungsprobe: Sein Kabinett beschloss einstimmig, an der bevorstehenden Parlamentswahl in den palästinensischen Autonomiegebieten auch Bewohner Ostjerusalems teilnehmen zu lassen. Allerdings dürfen dort keine Kandidaten der Hamas antreten. Ein Ausschluss der Palästinenser im Ostteil von Jerusalem hätte aller Voraussicht nach zur Absage der Wahl am 25. Januar und damit zu einer neuen Krise im Nahen Osten geführt. Vor allem die USA hatten darauf gedrungen, die Abstimmung wie geplant zu ermöglichen. Israel wollte jedoch einen Sieg der Hamas verhindern und fand schließlich eine Lösung mit dem Ausschluss von deren Kandidaten.

In Ostjerusalem sind neun der 132 Sitze im Parlament von Ramallah zu vergeben. Rund 5000 palästinensische Wahlberechtigte dürfen ihre Stimmen nunmehr per Post oder in Wahllokalen im Westjordanland abgeben. Kurz nach der Ankündigung kam es in der Altstadt zu Handgemengen, weil Polizisten Hamas-Mitglieder am Wahlkampf hinderten. Es gab mindestens sechs Festnahmen. Ferner wurden vier Personen bei der Erstürmung eines Hamas-Büros festgenommen. Dieses wurde per Gerichtsbeschluss für 15 Tage geschlossen, Computer und Schriftstücke wurden beschlagnahmt.

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