Nahost
Syriens Regime heizt Situation im Libanon an

Die Angst vor einem Flächenbrand in Nahost lähmt den Westen im Umgang mit Syrien. Die Sorge ist groß, dass der Libanon demnächst ein weiterer Kriegsschauplatz werden könnte. Das Land ist ein Pulverfass.
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Beirut/IstanbulSeit dem Beginn der Proteste gegen sein Regime droht Syriens Präsident Baschar al-Assad mit einem „Flächenbrand“. Jetzt sieht es so aus, als würde sich sein Schreckensszenario bewahrheiten.

Im benachbarten Libanon liefern sich Sunniten Straßenschlachten mit Alawiten und anderen Anhängern des syrischen Regimes. Brennende Reifen und Artillerie-Angriffe rufen bei den bürgerkriegsgeschädigten Libanesen Erinnerungen an die dunkelsten Kapitel der Geschichte ihres Landes hervor.

Zwar betont die libanesische Regierung, sie wolle sich im Syrien-Konflikt weiterhin um eine neutrale Position bemühen. Doch die blutige Revolution im Nachbarland, die schon Tausende von Flüchtlingen über die Grenze getrieben hat, ist eine ernste Gefahr für das Pulverfass Libanon. Denn die libanesischen Sunniten sympathisieren mehrheitlich mit den syrischen Revolutionären, die zum Großteil sunnitische Muslime sind.

Die militante libanesische Schiiten-Bewegung Hisbollah, die der aktuellen Regierung in Beirut angehört, steht dagegen auf der Seite von Assad. Angeblich soll sie dem bedrängten syrischen Präsidenten sogar Kämpfer geschickt haben, die bei der Unterdrückung der Protestbewegung helfen sollen.

Chalid Dhaher sitzt für die Fraktion der Zukunftsbewegung des sunnitischen Ex-Ministerpräsidenten Saad Hariri im libanesischen Parlament. Er ist überzeugt, dass die Gewalt, die in den vergangenen Tagen Beirut und die nördliche Stadt Tripoli erfasst hat, von Damaskus bewusst gesteuert wurde. In einem Interview mit der Nachrichtenwebsite „Now Lebanon“ erklärt er: „Das angeschlagene syrische Regime versucht mit allen Mitteln, die negativen Auswirkungen des Zusammenbruchs seines Regimes in den Libanon zu exportieren.“

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Gerüchte um Schwager von Assad

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  • Herr Assad hat nicht mit einem "Flächenbrand" gedroht, sondern vor ihm gewarnt.

  • Da sind nicht nur die Freunde der syrischen Regierung im Libanon.

    Ein weiteres Pfund für die syrische Regierung sind die "Freunde" der Türkei, sprich Kurden, die sicher nicht undankbar wären, wenn Assad ihnen Hilfe zukommen liesse.

    Der Westen zündelt halt, während er auf dem Pulverfass sitzt.

    Für ihn gilt: Der Krug geht so lange zum Brunnen, biss er bricht.

    Warten wir es ab.

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