Nahostexperte Pollack
Bush hat keine Strategie für Irak

Der renommierte amerikanische Nahostexperte Kenneth Pollack spricht sich gegen einen vorzeitigen Rückzug der US-Truppen aus dem Irak aus. Andernfalls könne dies verheerende Auswirkungen auf den gesamten Mittleren und Nahen Osten haben, äußert er im Handelsblatt.

HB DÜSSELDORF. "Wir müssen den Irak in Ordnung bringen. Wenn das Land im Chaos versinkt, bekommen wir dort jene Probleme, die wir in Afghanistan hatten: Einen gescheiterten Staat, der eine Basis für Terroristen sein wird", sagte er dem Handelsblatt. Im Irak entscheidet sich nach Ansicht Pollacks, der unter US-Präsident Bill Clinton Mitglied des Nationalen Sicherheitsrats war, die Zukunft sämtlicher demokratischer Initiativen im Mittleren und Nahen Osten. "Ein Scheitern der Amerikaner kann einen Domino-Effekt für die gesamte Region lostreten."

Pollack warf US-Präsident George W. Bush gleichzeitig vor, angesichts der täglichen Terroranschläge im Irak fast ausschließlich auf die militärische Karte zu setzen. "Die Regierung hat keine wirkliche Strategie." Die USA könnten sich daher schnell in einer Situation wiederfinden, in der die eigenen Soldaten und die Truppen der Alliierten "zu einem perfekten Ziel in einem Bürgerkrieg werden."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%