Nahostkonflikt
Israel will härter gegen extremistische Siedler vorgehen

„Alle Methoden sind koscher“: Israel billigt härtere Verhörmethoden gegen Siedler-Extremisten. Zuvor hatte der Tod eines kleinen Mädchens für landesweite Empörung gesorgt. Nun sprechen Politiker vom „jüdischen Terror“.

JerusalemNach dem Brandanschlag auf eine Palästinenserfamilie hat Israel härtere Verhörmethoden auch gegen jüdische Verdächtige genehmigt. Das Sicherheitskabinett habe grünes Licht etwa für gewaltsames Schütteln bei Verhören gegeben, sagte der Minister für Innere Sicherheit, Gilad Erdan, am Montag. Bislang waren solche Methoden nur bei Verhören palästinensischer Terrorverdächtiger zulässig.

„Das Sicherheitskabinett hat den Diensten erklärt: Alle Methoden sind koscher“, sagte Erdan. „Eine Verhörmethode wie Tiltul oder irgendetwas, das gemacht wird, wenn es um palästinensische Terroristen geht – dasselbe muss getan werden, wenn es um einen jüdischen Terroristen geht“, sagte Erdan im Rundfunk.

Tiltul, das hebräische Wort für gewaltsames Schütteln eines Verdächtigen, war 1999 vom Obersten Gerichtshof verboten worden. Allerdings gibt es Sicherheitsexperten zufolge zulässige Ausnahmen. Am Sonntag war bekanntgegeben worden, dass die umstrittene Verwaltungshaft ab sofort auch gegen Juden angewendet werden kann.

Damit können Verdächtige über lange Zeiträume ohne Prozess inhaftiert werden. Bei dem Brandanschlag bei Nablus kam am Freitag ein 18-monatiges Kind ums Leben. Sein Bruder und seine Eltern erlitten schwere Verletzungen. Die Tat wird extremistischen jüdischen Siedlern zugeschrieben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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