Nahostkonflikt
Israelis und Palästinenser liefern sich blutigen Schlagabtausch

Nach der Tötung eines Palästinenserführers durch die israelische Luftwaffe im Gazastreifen haben sich beide Seiten mit Raketen beschossen. Offiziellen Angaben zufolge starben zwölf Menschen, Dutzende wurden verletzt.
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Gaza, Tel AvivDie gezielte Tötung eines palästinensischen Extremistenführers hat einen blutigen Schlagabtausch zwischen Israel und den Palästinensern im Gazastreifen ausgelöst. Zwölf Aufständische kamen ums Leben, wie die
palästinensischen Gesundheitsbehörden am Samstag erklärten. Unter den Opfern war nach Angaben aus Jerusalem Suhair al Kaissi, der hinter der Entführung des israelischen Soldaten Gilat Schalit im Jahr 2006 gestanden haben soll. Als Reaktion feuerten Palästinenser mehr als 50 Raketen auf israelisches Gebiet ab.

Al Kaissi war die ranghöchste Zielperson seit Monaten, die einem israelischen Angriff im Gazastreifen zum Opfer fiel. Palästinensische Augenzeugen berichteten, sie hätten israelische Drohnen fliegen sehen, unmittelbar bevor dessen Auto in Flammen aufgegangen sei. Bei dem Angriff am Mittag wurden neben Al Kaissi zwei weitere Menschen getötet, darunter auch sein Schwiegersohn Mahmud Hanini. Al Kaissi und Hanini gehörten beide dem bewaffneten Arm des Widerstandskomitees des Volks (PRC) an, eine mit der Hamas verbundene Extremistengruppe.

Als Reaktion auf die offenbar gezielte Tötung der Kommandeure feuerten mehrere Palästinensergruppen Raketen ab, die zum Teil weit hinter der Grenze einschlugen. Eines davon verletzte einen israelischen Zivilisten schwer. Die Bewohner des betroffenen Gebiets flüchteten in die Schutzräume.

Angriff auf Israel soll geplant gewesen sein

Die israelischen Streitkräfte flogen weitere Luftangriffe und töteten nach eigenen Angaben zwei Extremisten, die gerade dabei gewesen seien, Geschosse vorzubereiten. Die Mehrheit der zwölf Todesopfer gehörte der extremistischen Gruppe Islamischer Dschihad an.

Die Streitkräfte erklärten, Al Kaissi habe einen Angriff auf Israel ähnlich dem im August geplant, bei dem von der ägyptischen Halbinsel Sinai aus acht Israelis getötet worden waren. Die PRC hat sich nie zu der Tat bekannt. Außerdem sei Al Kaissi verantwortlich für den Geldfluss von der libanesischen Hisbollah hin zu anderen aufständischen Gruppen im Gazastreifen gewesen.

Der israelische Soldat Gilat Schalit wurde nach mehr als fünf Jahren in Gefangenschaft Ende 2011 im Austausch für 1.027 palästinensische Häftlinge freigelassen. In den vergangenen Monaten haben die israelischen Streitkräfte hauptsächlich Schmuggler-Tunnel und keine Einzelpersonen angegriffen. Al Kaissis Vorgänger Kamal Nairab kam vor sieben Monaten auf ähnliche Weise ums Leben.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nahostkonflikt: Israelis und Palästinenser liefern sich blutigen Schlagabtausch"

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  • @Frauen_an_die_Macht

    Sehen Sie, das habe ich auch mal geglaubt ...

    Dann ließ Maggie Thatcher die Flotte Richtung Falkland segeln und das hat dann meiner Vorstellung einiges an Romantik genommen.

    Aaaabber ... ich bin trotzdem in den letzten Monaten das eine oder andere mal erleichtert gewesen, daß wir gerade von einer Frau _verwaltet_ werden, die auf das testosterongeschwängerte Gejaule eines englischen Premiers mit Contenance reagieren kann.

  • @energieelite

    Ja, so hatte ich mir das gedacht.

    Das war natürlich vor allem deshalb schade, weil ich ja meiner Überraschung & Freude darüber, daß Obama doch noch den einen oder anderen geschickten Schachzug auf in petto hatte, nicht gebührend Ausdruck verleihen konnte - und am Ende Bibi wie einen dummen Schulbuck hat aussehen lassen.

    >> Sigmar Gabriel

    Ahem, zud em fällt mir ja auch nichts ein, überhaupt ist meine "Begeisterung" für Sozialdemokraten sehr, sehr eingeschränkt.



  • Also ich meine, die Grünen, die SPD und die Merkel gemeinsam als Kompetenzteam sollten mit ein paar Billionen im Flugzeug die Palästinenser besuchen und die Vollpfosten da unten schmieren, dann haben wir wahrscheinlich erst mal Ruhe da unten…
    Die deutschen Politiker sind doch Weltmeister im verballern von Billionen, oder? Außerdem sind unsere bunten Gummibären aus Berlin dann erst von der Gass und beschäftigt, so können sie vorübergehend auch keinen größeren Blödsinn verzapfen!

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