Nahostkonflikt Neues Misstrauen zwischen Ägypten und Israel

Während Israelis und Palästinenser wieder die Waffen sprechen lassen, verschlechtern sich die Beziehungen zwischen Israel und Ägypten. Kairo droht mit der Abberufung seines Botschafters.
Update: 20.08.2011 - 17:06 Uhr 20 Kommentare
"Nieder mit Israel" ist auf dem Stein vor diesem Demonstranten zu lesen. Quelle: AFP

"Nieder mit Israel" ist auf dem Stein vor diesem Demonstranten zu lesen.

(Foto: AFP)

Tel Aviv/Kairo/Gaza/RamallahDie Serie blutiger Anschläge im Süden Israels hat neue Gewalt und schwere diplomatische Spannungen zwischen Ägypten und Israel ausgelöst. Kairo drohte mit dem Abzug seines Botschafters aus Tel Aviv. Die Arabaische Liga will morgen nach massiven israelischen Vergeltungsangriffen zu einer Krisensitzung in Kairo zusammenkommen. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas forderte heute eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates in New York. Die im Gazastreifen herrschende radikalislamische Hamas kündigte den seit Anfang 2009 bestehenden Waffenstillstand auf.

Bei den israelischen Luftangriffen im Gazastreifen wurden nach palästinensischen Angaben seit Donnerstagabend 14 Menschen getötet und etwa 45 verletzt. Extremisten feuerten im Gegenzug israelischen Medienberichten zufolge etwa 45 selbst gebaute Raketen und Granaten Richtung Israel ab. Dabei sollen mindestens elf Menschen verletzt worden sein. Alle Bewohner in Orten in der Nähe des Gazastreifens wurden aufgefordert, sich immer in der Nähe von Schutzräumen aufzuhalten.

Israels Entschuldigung ist „ungenügend“

Ein Sprecher des ägyptischen Außenministeriums wies eine mündliche Entschuldigung Israels für den Tod mehrerer Grenzpolizisten als ungenügend zurück. „Wir fordern eine formelle Entschuldigung“, sagte der Sprecher, der seinen Namen nicht veröffentlicht haben wollte. Israels Geschäftsträger werde zudem in Kürze in das Außenministerium einbestellt. Dabei werde die Regierung ihren „scharfen Protest“ über den Tod der Grenzschützer äußeren. Damit korrigierte er frühere Angaben der Regierung, den ägyptischen Botschafter aus Tel Aviv abzuziehen.

Israels Verteidigungsminister Ehud Barak hatte zuvor sein Bedauern über den Tod der Ägypter geäußert. „Israel bedauert den Tod der ägyptischen Polizisten während des Terrorangriffs gegen Israel“, zitierte die Zeitung „Jerusalem Post“ Barak. „Der Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten ist sehr wichtig und hat strategische Bedeutung für die Stabilität des Nahen Ostens“, habe der Minister weiter betont.

Die Ägypter waren den Berichten zufolge getötet worden, als israelische Sicherheitskräfte Attentäter nach den blutigen Anschlägen im Süden Israels an der Grenze zu Ägypten verfolgten. Bei den Anschlägen nördlich von Eilat hatten mutmaßlich palästinensische Terroristen 8 Israelis getötet und 31 weitere verletzt.

Ägyptens Ministerpräsident Essam Scharaf drohte Israel wegen des Todes der Grenzpolizisten mit Konsequenzen. „Das Blut der Ägypter ist zu wertvoll, als dass es ohne Antwort vergossen werden dürfte“, schrieb Scharaf im sozialen Netzwerk Facebook. Was vor der ägyptischen Revolution noch akzeptiert worden sei, könne nach der Revolution nicht mehr hingenommen werden. Vor der israelischen Botschaft in Kairo demonstrierten tausende Menschen und forderten die Ausweisung des israelischen Botschafters.

Am Donnerstag unmittelbar nach den Anschlägen im Süden Israels hatte Barak Ägypten eine Mitschuld gegeben. „Die Angriffe sind ein Beweis für die mangelnde Kontrolle der Ägypter auf der Sinai-Halbinsel und das Erstarken terroristischer Gruppen dort“, hieß es in einer Erklärung des Verteidigungsministeriums.

Unter den Toten im Gazastreifen sollen sich auch zwei führende Mitglieder der besonders radikalen Gruppe Volkswiderstands-Komitee (PRC) befinden. Nach israelischen Angaben wurden die beiden gezielt getötet. Diese Organisation dementierte jedoch, etwas mit den Terroranschlägen in Israel zu tun zu haben.

  • dpa
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20 Kommentare zu "Nahostkonflikt: Neues Misstrauen zwischen Ägypten und Israel"

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  • 95% aller Juden sind Khasaren und KEINE Semiten

  • Grundsätzlich: Eindimensionales Denken hilft weder der einen noch der anderen Seite.

  • @Pendler: Mumpitz! Im Frühmittelalter sind die Franken geschlossen zum Christentum übergetreten. Sind deshalb alle Christen Franken? Sie brabbeln einen Käs'....Wenn Sie sich schon nicht die Mühe machen wollen, sich die Geschichte der Juden anzulesen, dann verschonen Sie Ihre Umwelt mit Unsinn.

  • ---@ Revision

    sorry, aber die kehren nicht nach 2000 Jahren zurück. Fast alle heute lebenden Juden sind Khasaren. Ihre Heimat ist der Kakasus.




    ------------------Die Khasaren -------------

    Einer der frühesten tatsächlichen Hinweise auf die Khasaren ist in der syrischen Chronik des sogenannten Zacharia Rhetor aus der Mitte des 6. Jahrhunderts zu finden. Sie erwähnt in einer Liste von Völkern, die den Kaukasus bewohnen, auch die Khasaren. Andere Quellen deuten an, dass die Khasarenstämme schon ein Jahrhundert früher sehr wohl bekannt waren. Zuerst hatten die Khasaren unter hunnischer und dann unter türkischer Oberherrschaft gestanden. Nach dem Untergang des Westtürkischen Reiches in der Mitte des 7. Jahrhunderts waren nun sie an der Reihe, das Königreich im Norden zu beherrschen. Die Khasaren beherrschten vom 7. bis ins 11. Jahrhundert in der südrussischen Steppe, zwischen dem Kaukasus und der Wolga liegenden Raum Osteuropas, ein großes Reich und traten etwa im Jahr 740, einzigartig in der Geschichte, geschlossen zum jüdischen Glauben über.
    ----------------------------

  • Die Deutschen haben mehr Recht die polnischen und tschechischen Ostgebiete nach 56 Jahren Besatzung zurueckzufordern, als Israel das Land der Palestinenser nach 2000 Jahren Abwesentheit zu besetzen.

  • @Hayek
    Danke, endlich eine vernünftige Stimme.

  • Verehrte Mitdiskutanten, die Fläche Israels entspricht der Fläche Hessens, was allerdings kaum vergleichbar ist, weil Hessen im Gegensatz zu Israel aus fruchtbarem Land besteht. Es handelt sich also um einen winzigen Flecken, der auch zum größten Teil nur aus Wüßte (Negev) besteht. Bevor es den Staat gab, herrschte dort England. Den jüdischen Siedlern wurde ein Gebiet zugeteilt, wurden aber in der Folge durch arabische Staaten bekämpft aufgrund von Judenfeindschaft. Judenfeindschaft halte ich persönlich für keine legitime Begründung, sondern im Gegenteil aus menschlicher Sicht für eine Schande. Judenhaß scheint allerdings in muslimischen Ländern ähnlich populär zu sein wie bei uns Pommes und Cola. Antipathien sind nicht schön, aber nicht strafbar, wenn eine solche Feinschaft aber bis hin zur Mordbereitschaft geht ist das keine akzeptable Kulturfolklore mehr, sondern muß bekämpft werden. Die probleme der arabischen Welt haben soviel mit Israel zu tun wie die Probleme Nordkoreas. Die Mörder und Diktatoren Gaddafi, Assad, Ahmadinedschad, Kim Ill-Sung u. a. foltern ihre Völker auch so. Warum solche Aggression wider dieses winzige jüdische Reservat herrscht sollten sich die Aggressoren eher Fragen als die Angegriffenen. Juden sind nicht die besseren Menschen aber es ist eine respektable Leistung, eine lebendige Demokratie und starke Wirtschaft in einer solchen Region aufzubauen, die Nachbarn nehmen sich für ihr eigenes Glück hoffentlich ein Beispiel.

  • Sie sind dort Gäste, die keiner eingeladen hat und verhalten sich so, als wenn es ihr Land wäre.

  • ääähm, was hat denn Demoktratie mit Recht zu tun??

    Die Juden sind raubend udn mordend nach dem II. WK dort eingefallen. Sie kehren sich einen feuchten Staub um Völkerrecht und UN-Beschlüsse. Das Land gehört den Palestinesern.

    Wann endlich lernen die Besatzer, dass sie dort Gäste sind? Denn sie sind nicht einmal lebensfähig und müssen u.a. von Dt. ständig subventioniert werden.

  • @Luftikus
    Menschen mit engem Horizont und begrenzten Intellekt -so wie Sie offensichtlich- lieben einfache und pauschale Antworten auf komplexe Sachverhalte. Danke, dass Sie uns alle mit Ihrer Weisheit erfreuen.

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