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05.07.2008 
Merkel warnt G8-Chefs

Nahrungskrise als Sicherheitsrisiko

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit deutlichen Worten an die anderen Teilnehmer des kommenden G8-Gipfels appelliert, mehr zur Bekämpfung der Preissteigerung bei Nahrungsmitteln zu tun. Andernfalls fürchte sie um die Demokratisierung und die Sicherheit ganzer Regionen.

Angela Merkel hat angekündigt, zusammen mit den G8-Nationen gegen steigende Lebensmittelpreise vorzugehen. Foto: apLupe

Angela Merkel hat angekündigt, zusammen mit den G8-Nationen gegen steigende Lebensmittelpreise vorzugehen. Foto: ap

HB BERLIN. Die sieben mächtigsten Industrienationen und Russland (G8) wollen die weltweit steigenden Lebensmittelpreise gemeinsam eindämmen. In einem Gastbeitrag für den „Tagesspiegel am Sonntag“ kündigt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein „umfassendes Maßnahmenpaket zur globalen Ernährungssicherung“ an, das kommende Woche auf dem G8-Gipfeltreffen in Japan verabschiedet werden soll. Es gehe auf ein Konzept der Bundesregierung zurück, „das eine kurzfristige Linderung der akuten Ernährungslage, aber auch eine langfristige Strategie zur Steigerung der weltweiten landwirtschaftlichen Produktion vorsieht“.

Laut einem „Spiegel“-Bericht warnte Merkel die G8-Regierungschefs zudem mit dramatischen Worten vor den Folgen einer anhaltenden Nahrungsmittelkrise. „Die Krise könne die Demokratisierung gefährden, Staaten destabilisieren und sich zu internationalen Sicherheitsproblemen auswachsen“, zitiert das Hamburger Magazin aus einem sechsseitigen Papier, das Merkel am vergangenen Montag an ihre Kollegen geschickt habe. Die Kanzlerin hatte Ende April eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die Ursachen und Folgen der Nahrungsmittelknappheit analysieren und Lösungsvorschläge machen soll.

Die Regierungsexperten kamen laut „Spiegel“ zu dem Schluss, dass „spekulative Handelsgeschäfte mit Terminkontrakten ... einen signifikanten Einfluss auf die Höhe und Fluktuation der Nahrungspreise“ haben. Um der „dramatischen Natur“ der Krise gerecht zu werden, empfehle die Kommission eine „Steigerung der Agrarproduktivität“ in Entwicklungsländern, die „schnelle Versorgung ausgewählter Regionen mit Saatgut, Dünger und landwirtschaftlichem Gerät“ sowie die „sofortige Aufhebung von Exportbeschränkungen“.

Dabei sei sicherzustellen, dass die Nahrungs- und Finanzhilfen bei den am schlimmsten Betroffenen ankommen, heißt es laut „Spiegel“ in dem Papier weiter. Die Kanzlerin kündige darin an, dass Deutschland in diesem Jahr 750 Mill. Dollar für die Lebensmittelversorgung in armen Ländern bereitstellen werde. Insgesamt benötigten die 30 ärmsten Länder der Welt 20 Milliarden Dollar für Nahrungsmittelimporte.

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