Nahrungsmittelpreise
EU hadert mit Biosprit-Plänen

Nahrung oder Umwelt: Die weltweite Lebensmittlekrise stellt bringt Brüssel in einen schwierigen Konflikt. Gibt sie dem Drängen der OECD nach und stoppt die preistreibende Subvention von Bio-Benzin, gefährdet sie ihre eigenen Umweltziele.

BERLIN. Bis 2020 will die EU 20 Prozent ihres gesamten Energieverbrauchs und zehn Prozent des Kraftstoffverbrauchs durch nachwachsende Rohstoffe decken. Zwar ist die EU-Kommission bislang nicht bereit, dieses Ziel angesichts weltweit steigender Nahrungsmittelpreise in Frage zu stellen. Jedoch räumte der stellvertretende der Agrarkommission, Klaus-Dieter Borchardt, bei einer Handelsblatt-Tagung in Berlin ein, dass es bislang ungelöste Probleme gebe.

Die Kommission sei nicht in der Lage, sicher zu stellen, dass die wachsenden Biospritimporte aus Ländern wie Indonesien aus nachhaltiger Produktion stammten, also weder zu Lasten der Nahrungsmittelproduktion gingen noch zur Vernichtung wertvollen Regenwalds führten.

Gelöst werden könne dieses Problem nur durch eine wirksame Zertifizierung. Jedoch auch hierbei sei man von einer Lösung noch weit entfernt.

In der EU selbst sieht die EU-Kommission jedoch nach wie vor keine Probleme. „In der EU gibt es keinen Kampf um die Agrarflächen“, sagte Borchardt. Die Zielvorgaben der EU würden durch die Abschaffung der Stilllegung von Agrarflächen, dem neuen Potenzial in Rumänien und Bulgarien und vor allem eher unproblematische Ethanolimporte mehr als aufgefangen. Zudem seien im vergangenen Jahr nur ein Prozent der Getreideproduktion in die Energieerzeugung gegangen. Die „weltweit hohen Preise für Getreide“ dürften daher nicht als Vorwand genommen werden, die Bioenergieproduktion zum Sündenbock zu machen.

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