Naoto Kan
Harakiri-Minister belasten Japans Premier

Japans Premier Naoto Kan hat kein Glück mit seiner neuen Mannschaft. Erst verhagelte ihm sein Außenminister mit einem undiplomatisch harten Kurs bei den jüngsten Territorialstreitigkeiten mit China und Russland die Umfragewerte. Gestern musste Kan auch noch seinen Justizminister rausschmeißen
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TOKIO. Mit unbedarften Äußerungen über sein Amt hat der japanische Justizminsiter Parlament und Opposition so aufgebracht, dass sie drohten, ein wichtiges Gesetz zur Wirtschaftsbelebung zu verzögern. Statt sich darum zu kümmern, der dahinsiechenden Ökonomie wieder Leben einzuhauchen, kämpft Japans Premier Naoto Kan darum mit Personalproblemen und sinkender Zustimmung.

Justizminister Minoru Yanagida, 56, erklärte gestern, er habe Kan seinen Rücktritt angeboten. Doch Kan hatte ihn wohl eher dazu gedrängt. Hintergrund ist eine Rede, die Yanagida in seinem Wahlkreis gehalten hatte: Er habe es in seinem Amt recht einfach, er müsse nur exakt zwei Phrasen für das Parlament parat haben: "Ich äußere mich nicht zu Einzelfällen" und "Wir gehen angemessen mit der Angelegenheit entsprechend der Rechts- und Beweislage um".

Kan konnte eine solche Entgleisung nicht ignorieren. Seit Wochen sinken seine Umfragewerte. Laut einer Befragung der Zeitung "Mainichi" liegt Kans Zustimmungsrate nur noch bei 26 Prozent. Im September konnte er noch 64 Prozent der Bevölkerung hinter sich bringen.

Sein politisches Schicksal hängt vor allem davon ab, wie er die Wirtschaftskrise in den Griff bekommt. Forderungen nach einer umfassenden Steuerreform werden lauter. Zudem muss er seine Leute besser in den Griff bekommen - Yanagida war nicht der einzige Problemfall.

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