"Nationaler Notstand" in Australien
Rechte der Aborigine drastisch eingeschränkt

Nach einem Bericht über weit verbreiteten Kindesmissbrauch bei australischen Ureinwohnern hat Ministerpräsident John Howard eine drastische Einschränkung der Rechte von Aborigines angekündigt. Die "außergewöhnlich tragische Situation" solle nun mit "außergewöhnlichen Schritten" gelöst werden.

HB CANBERRA. So sollen vorerst Alkohol und Pornografie in den abgelegenen Aborigine-Gemeinden verboten werden. Zudem werden staatliche Sozialleistungen fortan strenger vergeben; alle Kinder der Ureinwohner unter 16 Jahren müssen sich medizinisch untersuchen lassen. Sondereinheiten der Polizei sollen in die Gemeinden geschickt werden, um für Ordnung zu sorgen.

„Außergewöhnliche Schritte sind notwendig, um diese außergewöhnlich tragische Situation anzugehen“, erklärte Howard am Donnerstag vor dem australischen Parlament. „Das ist ein nationaler Notstand.“ Die Maßnahmen gelten zunächst für die Gemeinden im Bundesstaat Northern Territory.

Ein Regierungsbericht hatte in der vergangenen Woche erklärt, dass der sexuelle Missbrauch von Kindern in den Aborigine-Gemeinden ein gravierendes Problem sei. Dabei spiele Alkohol eine große Rolle. In Australien leben etwa 460 000 Aborigine, die damit rund zwei Prozent der Bevölkerung stellen. Die Ureinwohner gehören seit Jahrzehnten zu der am stärksten benachteiligten Bevölkerungsminderheit.

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