Nationalratswahl
SPÖ gewinnt Wahl in Österreich

Die Sozialdemokraten (SPÖ) haben am Sonntag überraschend die Parlamentswahl in Österreich gewonnen. Laut dem vorläufigen amtlichen Ergebnis des Innenministeriums erreichte die SPÖ 35,7 Prozent der Stimmen - allerdings verlor sie im Vergleich zur Parlamentswahl vor vier Jahren 0,8 Prozentpunkte.

HB WIEN. Die konservative Volkspartei (ÖVP) büßte dieses Mal mehr als acht Prozentpunkte ein und rutschte auf 34,2 Prozent ab. Sie und das Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) verloren ihre Regierungsmehrheit. Das BZÖ schaffte es mit 4,2 Prozent knapp über die Vier-Prozent-Hürde. Die rechtspopulistische Freiheitliche Partei (FPÖ) konnte trotz der Abspaltung des BZÖ auf 11,2 Prozent leicht zulegen. Die Grünen schafften mit 10,5 Prozent das beste Ergebnis ihrer Geschichte. Die Liste des EU-Abgeordneten Hans-Peter Martin verfehlte den Einzug ins Parlament.

Durch die Wahlkarten können sich noch geringfügige Änderungen bei den Prozenten ergeben. Große Umwälzungen sind nach Ansicht von Wahlforschern aber nicht zu erwarten. Auf Grund der Mandatsverteilung gilt eine Große Koalition als höchst wahrscheinlich. Rot-Grün hat keine Mehrheit. Eine Koalition mit der FPÖ schlossen ÖVP und SPÖ vor der Wahl aus.

„Diese Regierung wurde abgewählt“, sagte der SPÖ-Geschäftsführer Norbert Darabos im Österreichischen Rundfunk (ORF). Die ÖVP rutschte im Vergleich zur Wahl 2002 mehr als acht Prozentpunkte ab. „Das ist ein unerwarteter und herber Verlust“, sagte der ÖVP-Geschäftsführer Reinhold Lopatka.

„Für Rot-Grün dürfte es nicht reichen - dieses Ziel haben wir erreicht“, sagte der BZÖ-Fraktionsvorsitzende Herbert Scheibner.

Die ÖVP bildete ab dem Jahr 2000 mit der FPÖ die Regierung. Seit dem vergangenen Jahr regierte sie mit dem BZÖ, das sich unter der Führung von Jörg Haider von der FPÖ abspaltete. Zur Wahl aufgerufen waren 6,1 Millionen Österreicher.

Hauptthemen im Wahlkampf waren die Einwanderung und der Skandal um die Gewerkschaftsbank BAWAG. Beobachter erwarteten, dass der Skandal die Sozialdemokraten Stimmen kosten würde, doch schienen die Verluste gering.

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