Nato
„Afghanistan ist nicht allein Amerikas Kampf“

US-Präsident Barack Obama hat die Nato mit Blick auf Afghanistan in die Pflicht genommen: „Das ist kein amerikanischer Kampf, sondern auch ein Nato-Einsatz“, sagte er nach einem Gespräch mit dem neuen Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen.

HB WASHINGTON. Der Chef der westlichen Militärallianz Rasmussen pflichtete Obama bei. „Für unseren Einsatz in Afghanistan trägt nicht allein Amerika die Verantwortung oder die Belastung: Er ist und bleibt eine gemeinsame Anstrengung.“ Rasmussen unterstützte zudem Obamas Forderung, vor einer Verstärkung der Truppen die Einsatzstrategie zu klären. „Zuerst die Strategie, dann die Ressourcen“, sagte er. Obama will darüber am Mittwoch mit der Militärführung beraten.

Rasmussen gab zugleich keine Zusage für zusätzliche Truppen aus den Reihen der Nato-Verbündeten. Die Zurückhaltung vor allem der Europäer in der Frage einer Aufstockung der Einsatzkräfte hat zuletzt in den USA scharfe Kritik ausgelöst. Nach Einschätzung des obersten Kommandeurs der US- und Nato-Truppen am Hindukusch sind Verteidigungskreisen zufolge bis zu 40 000 weitere Soldaten nötig, um eine Niederlage gegen die radikal-muslimischen Taliban zu verhindern. Die Bundeswehr hat derzeit rund 4200 Soldaten vor allem im Norden Afghanistans stationiert.

Mit Blick auf die von ISAF-Kommandeur Stanley McChrystal in Afghanistan gewünschte Verstärkung der Kampftruppen mahnte Rasmussen, die Politiker seien verpflichtet, weiter zu denken. Zahlen stünden nicht an erster Stelle, sagte der Nato-Generalsekretär.

Aus dem Irak wollen die USA Im Oktober 4 000 weitere US-Soldaten abziehen. Rund 120 000 amerikanische Soldaten sollen dann noch vor Ort sein, wie aus einer Rede von General Ray Odierno hervorgeht, die er am Mittwoch vor einem Kongressausschuss halten sollte und deren Text vorab bekannt wurde. Das sind Odierno zufolge etwa 4 000 weniger als derzeit. Die erwartete Ankündigung ist Teil einer Truppenreduzierung, die mit dem vollständigen Abzug aus dem Irak bis Ende 2011 enden soll.

In seinem Bericht verweist der Oberkommandierende der US-Streitkräfte im Irak auf einen deutlichen Rückgang der Angriffe und Anschläge: Während es im August 2007 noch 4 000 waren, wurden im vergangenen Monat rund 600 gemeldet. Auch die Zahl der El-Kaida-Extremisten und ausländischer Kämpfer sei gesunken, erklärt Odierno.

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