Nato entsendet Verstärkung
Afgahnistan-Einsatz dauert noch zehn Jahre

Noch mehr als zehn Jahre wird der internationale Afghanistan-Einsatz dauern, schätzt der Kommandeur des Bundeswehr-Kontingents, Oberst Rudolf Retzer.

HB KABUL. Mit einer dauerhaften Stabilisierung des Landes sei erst zu rechnen, wenn die derzeit Sechs-, Sieben- und Achtjährigen in dem Alter seien, dass sie zunehmend die Verantwortung übernehmen könnten. „Das kann noch 14 Jahre oder länger dauern,“ sagte Retzer der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag). Das deutsche Kontingent in der Internationalen Schutztruppe ISAF umfasst rund 1500 Soldaten.

Trotz anhaltender Gewalt in Teilen Afghanistans zeigte sich US- Verteidigungsminister Donald Rumsfeld bei einem Besuch zufrieden über die „wirklich bemerkenswerten Fortschritte“ des Landes. Nach einem Treffen mit Rumsfeld in Kabul sagte der afghanische Präsident Hamid Karsai mit Blick auf die im kommenden Jahr geplanten Wahlen, den Taliban-Rebellen werde es nicht gelingen, den Prozess aufzuhalten. Afghanistan werde in sechs bis zwölf Monaten ein sichereres Land sein. Rumsfeld hatte zuvor rivalisierende Kriegsherren im Norden zur Auflösung ihrer Milizen gedrängt.

Nato-Generalsekretär George Robertson teilte unterdessen in Brüssel mit, die ISAF werde die gewünschte Verstärkung erhalten. Alle Anforderungen für die unter Nato-Kommando stehende Schutztruppe seien erfüllt. Noch beim Treffen der Verteidigungsminister Anfang der Woche waren Wünsche der Militärs offen geblieben. Dabei ging es vor allem um Hubschrauber und Personal für den Flughafen von Kabul, der zurzeit noch von der Bundeswehr betrieben wird.

Zum Schutz der verfassungsgebenden Großen Ratsversammlung traten in Kabul unterdessen strenge Sicherheitsvorkehrungen in Kraft. Knapp eine Woche vor dem geplanten Beginn der Loja Dschirga am kommenden Mittwoch sagte der afghanische Innenminister Ali Ahmed Dschalali, die ISAF und afghanische Sicherheitskräfte würden für die Sicherheit sorgen. Bei Bedarf würden US-geführte Koalitionskräfte hinzugerufen. Karsai hatte mit Blick auf die Loja Dschirga vor einer Zunahme von Angriffen radikalislamischer Rebellen wie der Taliban gewarnt.

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