Nato erwägt mehr Truppen für Afghanistan
Explosionen erschüttern Dschalalabad

Bei zwei Explosionen im Zentrum der ostafghanischen Stadt Dschalalabad sind am Mittwoch mindestens 27 Menschen verletzt worden, acht davon schwer.

HB KABUL. Unklar war zunächst, ob es auch Tote gab. Die in Pakistan ansässige Nachrichtenagentur Afghan Islamic Press meldete, die Explosionen hätten sich an zwei Sicherheitsposten ereignet. In den vergangenen Monaten sind in Afghanistan zahlreiche Anschläge mit dem Ziel verübt worden, die Vorbereitungen für Wahlen im September zu behindern. Hinter den Anschlägen werden moslemische Extremisten vermutet.

In der südafghanischen Unruheregion Kandahar haben die radikal-islamische Taliban unterdessen 13 Afghanen entführt, die US-Truppen mit Lebensmitteln beliefern wollten. Der Armeesprecher in der Region, General Abdul Wasi, sagte am Mittwoch, die Rebellen hätten den Konvoi der Zulieferer gestoppt und alle 13 Männer entführt. Es sei unklar, ob sie noch am Leben seien.

In der zentralafghanischen Provinz Urusgan töteten US-Truppen und afghanische Soldaten vier Taliban-Kämpfer, darunter einen regionalen Kommandeur der Rebellen. Bei der gemeinsamen Operation am Dienstag seien Maschinengewehre und ferngezündete Sprengsätze sichergestellt worden, sagte Provinzgouverneur Jan Mohammad Khan am Mittwoch.

Unter dem Druck der USA erwägt die Nato einem US-Regierungsvertreter zufolge nun eine schnellere und umfangreichere Truppenentsendung nach Afghanistan, als beim Gipfeltreffen in Istanbul vereinbart. „Wir werden versuchen, mehr zu tun“, sagte der US-Vertreter am Mittwoch vor Journalisten in Washington. Gespräche darüber hätten am Rande des Nato-Treffens stattgefunden. „Wir haben Gründe zu glauben, dass zu den Wahlen (im September) mehr Truppen angeboten werden“, sagte er. „Wir werden in den nächsten Wochen versuchen, das zu Wege zu bringen.“ Auf die Frage, welche Länder zusätzliche Truppen bereitstellen würden, antwortete er: „Die Nato. Ich spreche nicht von den USA.“ Er machte keine Angaben zur Zahl der zusätzlichen Soldaten.

Die Nato will ihre Truppenpräsenz zu den afghanischen Wahlen bisher von rund 6 500 Soldaten aufstocken. Die Zahl der Soldaten der Internationalen Afghanistan-Truppe ISAF in Kabul und in den Nato-geführten regionalen Aufbau-Teams soll auf bis zu 8 700 steigen. Zudem sollen bis zu 2000 Soldaten außerhalb des Landes in Bereitschaft stehen. Bitten von Afghanistans Präsident Hamid Karsai, die Truppen früher zu verstärken, erfüllte das Bündnis am Dienstag zunächst nicht. Er und die Vereinten Nationen halten rund 5000 zusätzliche Soldaten für nötig, um die ersten demokratischen Wahlen in dem Land seit Jahrzehnten zu sichern. Die Ende 2001 gestürzten radikal-moslemischen Taliban versuchen die Neuordnung des Landes mit Anschlägen und Angriffen zu stören.

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