Nato
Friedenstruppen sollen enger mit USA kooperieren

Die Militärführung der Nato hat offenbar einer engeren Kooperation ihrer ISAF-Friedenstruppen in Afghanistan mit den von den USA angeführten Truppen zugestimmt. Dies sickerte aus Nato-Kreisen durch. Eine solche Vereinbarung wäre ein Schritt heraus aus der bestehenden Uneinigkeit.

HB BRÜSSEL. „Das ist ein sehr wichtiger Schritt, aber nicht der abschließende Schritt“, sagte am Montag ein Mitarbeiter der Nato, der namentlich nicht genannt werden wollte. Die Nato-Botschafter müssten dem Vorschlag aber noch zustimmen, der am Freitagabend vom Nato-Militär-Komitee verabschiedet worden sei. Im vergangenen Jahr hatten Deutschland, Frankreich und andere Länder einen US-Vorschlag zurückgewiesen, wonach die beiden Truppen unter Nato-Kommando zusammengeführt werden sollten.

Die Vereinbarung sieht den Angaben zufolge eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen den Nato- und den US-Truppen vor. Sie kommt aber auch den Forderungen Europas nach einer Trennung zwischen Friedenseinsatz und der Verfolgung Aufständischer nach. An vorderster Front bei dem oft von Gewalt begleiteten Kampf gegen Aufständische stünden weiter die von den USA angeführten Soldaten.

Allerdings bleiben auch die Nato-Truppen nicht von Angriffen verschont. So tötete am Montag ein Selbstmordattentäter in der Hauptstadt Kabul einen Bundeswehr-Soldaten und drei Zivilisten. Zwei weitere Bundeswehr-Soldaten sowie drei Zivilisten wurden nach Angaben der Bundeswehr verletzt. Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer verurteilte den Anschlag scharf und erklärte, die Friedensarbeit der Nato in Afghanistan werde fortgesetzt.

Eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Nato- und US-Truppen ist notwendig, weil die Nato ihre Arbeit im kommenden Jahr auch in den Süden Afghanistans ausweiten will. Gewalttätige Auseinandersetzungen vor allem mit Taliban-Rebellen gibt es überwiegend im Süden und Osten des Landes. Die etwa 9000 Soldaten der Nato-Friedenstruppen stehen derzeit vor allem im friedlicheren Norden und Westen Afghanistans sowie in der Hauptstadt Kabul. Im Zuge der Ausweitung des Nato-Einsatzes in den Süden soll die Truppenstärke auf 15 000 angehoben werden.

Bei einem Einsatz im Osten soll sich die Zahl nochmals erhöhen. Der Plan zur Ausweitung sieht vor, dass britische, niederländische und kanadische Truppen weiter in den Süden rücken, während deutsche Truppen für den Norden zuständig wären. Italien und Spanien haben bereits im Westen Stützpunkte.

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